Nachdem ich mein Abitur sicher in der Tasche hatte, stellte ich mir die Frage wie es in Zukunft
weiter gehen sollte. Das einzige was mir zu diesem Zeitpunkt klar war: ich wollte "irgendwas" studieren,
doch ich wusste weder was noch wo.
Mein Interesse galt den Medien. Am liebsten wollte ich beim Fernsehen arbeiten, doch wegen des hohen NC's
machte ich mir bei meinem Abi-Durchschnitt keine Hoffnungen auf einen Studienplatz.
Ich entschloss mich also erstmal dazu für einige Monate ins Ausland zu gehen, um dort neue Eindrücke und Erfahrungen
zu sammeln. Schon während meines Aufenthaltes bemerkte ich, wie mein Interesse gegenüber der englischen
Sprache zunahm, den verschiedenen englisch-stämmigen Kulturen und Menschen. Es ist wirklich erstaunlich, in wie vielen
Ländern auf der Welt englischstämmige Menschen anzutreffen sind.
Durch dieses entstandene Interesse kam ich also dazu Anglistik / Amerikanistik zu studieren, als ich nach Deutschland
zurückkehrte. Das erste Jahr, 2004-2005, studierte ich an der Uni Oldenburg, die gerade dabei war den gesamten
Magister- und Lehramt-Studiengang umzustellen. Der Bachelor wurde eingeführt und mit ihm jede Menge organisatorisches
Chaos, das uns "Versuchskaninchen" ziemlich viel zusätzlichen Stress einbrachte!
Welche Voraussetzungen braucht man für das Anglistikstudium
Um eine Zulassung für den Studiengang zu bekommen, musste ich einen Sprachtest ablegen, der meine Englischkenntnisse
prüfte. Es wurden Grammatik, schriftliches Ausdrucksvermögen sowie Lese- und Hörverständnis getestet. Schließlich
gab es noch ein kleines Interview mit einer sehr netten Dozentin.
Wenn man in der Schule im Englisch-Leistungskurs gut mitgekommen ist (oder für einige Zeit im Ausland sein Englisch trainiert hat), ist
der Sprachest auf jeden Fall zu schaffen. Die Grammatikkenntnisse sollte man dennoch etwas auffrischen.
Bewerbung für ein Anglistikstudium
Für den Studiengang Anglistik müsst ihr euch direkt bei der jeweiligen Uni bewerben.
Bei den meisten Unis gibt es dafür ein Online-Verfahren in der Bewerbungszeit.
Informationen zu den Bewerbungen und zu den Zulassungsvoraussetzungen stehen auf den Homepages der Unis.
Studienverlauf
Der Bachelor dauert sechs Semester. In den ersten drei Semestern erwirbt man sein Grundstudium, indem man alle
Einführungsmodule belegt.
Das Grundstudium
Das Studium beginnt mit einer Einführungsphase, in der den Studenten zu allererst die Grundlagen vermittelt werden.
Die sog. "Einführungs-Module" beinhalten jeweils eine Vorlesung, welche von einem Seminar und einem Tutorium
begleitet werden. Dies soll der Vertiefung der Inhalte und gleichzeitig als Klausurvorbereitung dienen. In all
diesen Kursen besteht Anwesenheitspflicht mit Unterschriftabnahme!
Die Einführungsmodule sollten nach den ersten zwei Semestern abgeschlossen worden sein, denn die weiterführenden
Vorlesungen und Seminare ab dem dritten Semester bauen auf ihnen auf. Es ist also Voraussetzung diese
Einführungs-Veranstaltungen zu bestehen, sonst wird man nicht ins Hauptstudium zugelassen.
Das Hauptstudium
Sobald man diese abgeschlossen hat, kann man mit dem Hauptstudium beginnen und nach
Interessen seine eigenen Schwerpunkte legen, d.h. man kann Vorlesungen und Seminare in
Literaturwissenschaft
Sprachwissenschaft
oder Kulturwissenschaft
belegen.
In der Literaturwissenschaft finden zurzeit Vorlesungen zu Themen wie "African-American History from 1500 to 1954",
"Geschichte des amerikanischen Films", "Literarsche Gattungen des 16/17 Jahrhunderts",
"Geschichte der britischen Literatur", "Hemingway: The Short Story", etc.
In der Sprachwissenschaft werden Vorlesungen angeboten, wie zum Beispiel: "Basic Linguistic Concepts",
"The Structure of English", "Language Aquisition", "Syntax", "Einführung in das Altenglische", usw.
Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Von den Fremdwörtern sollte man sich nicht abschrecken lassen.
Im Hauptstudium belegt man Vertiefungs-Module, die bis zur Anfertigung der Bachelor Arbeit im sechsten Semester stattfinden.
Anders als beim Diplom und Magister, fällt die Bachelor Arbeit am Ende des Studiums nicht so sehr ins Gewicht
der Gesamtnote. Sie zählt gerade mal 20%, d.h. dass die Notenzusammensetzung beim Bachelor ausgewogener ist
als bei den alten Studiengängen, da alle zuvor bestandenen Kurse mit in die Endnote eingerechnet werden. Man
muss also keine Panik vor der Endprüfung haben!
Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Janina Meinen zur Verfügung gestellt.