Hier in Würzburg haben wir jeden Morgen erstmal eine Stunde Bio. Das finde ich gut, da man so langsam aber stetig
einen guten Einblick in die vielen verschiedenen Bereiche der Biologie bekommt.
Bis zum Vordiplom hält immer ein Professor zwei bis drei Wochen lang die Vorlesung über ein spezielles Thema, z.B.
Pflanzenphysiologie, Zellbiologie, Nerven und Sinnesorgane, embryonale Tierentwicklung, Ökologie, Molekularbiologie, Genetik, Biochemie.
Im ersten Semester hatten wir außerdem zwei Mikroskopierkurse, bei denen wir pflanzliche Zellen und Tiere unterschiedlicher
Gattungen und Stämme angeschaut haben. Im vierten Semester steht auch recht viel Biologie auf dem Programm:
Pflanzenbestimmungskurse (z.B. Exkursionen in die Natur), Vorlesungen zur Systematik und Tierbestimmungskurse.
Die ersten vier Semester sind Grundstudium. Dann kommt die Vordiplomsprüfung in allen naturwissenschaftlichen
Fächern und mündlich in einem selbst gewählten Gebiet der Biologie. Auch wenn ich jetzt erzählt habe, wie viel
Biologie wir in den ersten vier Semestern haben, so stehen die anderen naturwissenschaftlichen Fächer im Grundstudium
im Vordergrund. Neben Vorlesungen in anorganischer Chemie, organischer Chemie, physikalischer Chemie und Physik
sind in diesen Fächern auch nacheinander Praktika abzuleisten. Man steht also auch viel im Labor oder schaut mal
vier Stunden auf einen Oszilloskop.
In den Semesterferien – ach wie schön - finden dann Praktika wie Mikrobiologie, Genetik und Pflanzenphysiologie statt.
Hauptstudium
Im Hauptstudium (2 Jahre) kann man sich dann aus dem großen Repertoire der Würzburger Biologieangebote ein Hauptfach und
zwei Nebenfächer heraussuchen (vielleicht auch zwei Hauptfächer, das weiß ich nicht), die man dann vertieft studiert und
entsprechende Praktika dazu macht. Nach viereinhalb Jahren hat man – wenn alles gut läuft – sein Diplom in der Tasche.
Würzburg ist gerade dabei, auf Bachelor umzustellen, man kann parallel zum Diplom schon den Bachelor machen.
Der Studiengang Biologie ist relativ verschult aufgebaut, mit Stundenplan und viel Unterricht.
Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?
Also naturwissenschaftlich interessiert solltest du schon sein. Wenn dir in der Schule Fächer wie Chemie und Physik
Spaß gemacht haben, dann bist du hier am rechten Fleck. Vorkenntnisse in diesen Gebieten sind ebenfalls vorteilhaft.
Spätestens in der Uni muss man sich diese Kenntnisse dann aneignen, was durchaus eine Hürde sein kann.
Biologie ist eine Naturwissenschaft, die naturwissenschaftliches Denken erfordert. Man wird also auch an Forschungsansätze
herangeführt und kann diese nachvollziehen. Mir hat das aber immer Spaß gemacht.
Wo kann ich Biologie studieren? Was ist das Besondere an Würzburg?
Biologie kann man an sehr vielen Hochschulen studieren. Die Qualtiät der Lehre ist aber nicht an allen Unis gleich
und auch jede Uni hat ihren speziellen Schwerpunkt. Zur Info empfehle ich hier den "Studienführer Biologie", eine
jährlich aktualisierte Ausgabe, der Auskunft über die Schwerpunkte der jeweiligen Univesität und Institute gibt.
Die besten Biologie Fakultäten haben die Universitäten von Heidelberg, München, Tübingen,
Würzburg und Freiburg.
Würzburg kennzeichnet sich insbesondere durch sein breites Angebot an Biologielehre aus, es wird auf beide „Äste“
der Biologie Wert gelegt, sowohl auf Ökologie als auch auf Molekularbiologie. Zudem wird versucht, diese Äste
ständig miteinander zu verknüpfen. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich, einige große Unis konzentrieren sich sehr auf die molekulare Seite.
Ein weiterer Vorteil an der Würzburger Biologiefakultät ist, dass die pharmazeutische Biologie recht gut ausgebaut
ist und man sie z. B. als Hauptfach studieren kann. Das ist in Deutschland auch sehr selten.
Schade finde ich, dass die Botanik meines Erachtens in Würzburg etwas zu kurz kommt, bzw. dass hauptsächlich
molekulare Mechanismen in Pflanzen beschrieben werden.
Bewerbung für einen Studienplatz
Für den Studiengang Biologie müsst ihr euch direkt bei der jeweiligen Uni bewerben.
Bei den meisten Unis gibt es dafür ein Online-Verfahren in der Bewerbungszeit.
Informationen zu den Bewerbungen und zu den Zulassungsvoraussetzungen stehen auf den Homepages der Unis.
Warum studiere ich Biologie ?
Ich studiere Biologie, weil mir die Naturwissenschaften schon immer Spaß gemacht haben und weil ich mich
für Pflanzen interessiere. Insbesondere gilt mein Interesse den Heilpflanzen und den darin enthaltenen wirksamen
Stoffen, sowie der Heilmittelherstellung. Statt Pharmazie studiere ich Biologie, weil mir da später viele Berufsgruppen
offen stehen. Ich studiere in Würzburg, weil ich mich da auf die pharmazeutische Biologie spezialisieren kann.
Berufsfelder
Als Biologe bist Du durch Themen wie Gentechnik & co. gut gerüstet, kannst in die Forschung gehen oder auch ins
Naturkundemuseum, kannst im Naturschutz arbeiten oder in vielen anderen Bereichen, wie z. B. auch in der Arzeneimittelfindung.