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Der Studiengang Musikbusiness an der Popakademie Baden-Württemberg
Wenn mich jemand fragt, was ich denn so studiere und dann erfährt, dass es sich um Musikbusiness handelt, stoße ich auf Reaktionen wie:
"Was ist das denn?"
"WOW wie cool!"
"So was kann man studieren?"
Ja man kann! Und zwar an der Popakademie Baden-Württemberg und das ist nicht immer so cool und easy wie viele vielleicht denken mögen.

Zunächst einmal muss man die erste Hürde nehmen und zur Aufnahmeprüfung eingeladen werden.

Da dieses Studium ausschließlich an de Popakademie Mannheim möglich ist, bewirbt man sich auch direkt dort. Als Zulassungsvoraussetzung benötigt man hier zusätzlich zum Abi (Fachhochschulreife reicht nicht aus) ca. zwei Jahre praktische Erfahrung in der Musikbranche um eine Chance auf einen Studiumsplatz zu haben. Die Popakademie will, dass ihr Erfahrung mitbringt, weil im Studium nicht bei Null angefangen wird. Hat man bereits eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, kann diese Zeit auch geringer sein. Die notwendigen Bewerbungsunterlagen findet man auf der Internetseite der Popakademie. Nach der schriftlichen Bewerbung finden zusätzlich Aufnahmeprüfungen statt Achtung, die Fristen enden wesentlich früher als bei normalen Unis. In diesem Jahr z. B. schon Ende April. Mindestens genauso wichtig wie diese Voraussetzungen sind Leidenschaft, Selbstbewusstsein und den eisernen Willen im Haifischbecken der Musikindustrie nicht unterzugehen. Und das ist gar nicht so einfach. Die Illusion von Glamour, Stars und Sternchen hat hier keinen Platz. Das sollte einem bewusst sein.

Wurde man nun eingeladen zur Aufnahmeprüfung warten ein schriftlicher und ein mündlicher Teil darauf gemeistert zu werden. Zuerst geht’s ans schriftliche. Hier wird meist eine Postkorbübung zum Einstieg gemacht. Stelle dir folgendes vor: du bist Inhaber einer Konzertagentur. In 90 Minuten kommt dich dein Taxifahrer abholen und du fliegst in den Urlaub, wo du nicht mehr erreichbar bist. Dein Posteingang zeigt 20 Emails an, die alle Probleme enthalten und zu allem Übel noch miteinander verknüpft sind. Die Uhr tickt. Du musst alle Probleme lösen und nichts durcheinander bringen. Gar nicht so leicht, aber machbar. Anschließend ist dein Gespür für musikalische Trends gefragt. Du bekommst drei CDs und musst dich für eine Band entscheiden, die du managen oder unter Vertrag nehmen würdest. Natürlich gehört hier eine Begründung deiner Entscheidung dazu. Zuletzt bekommst du einen Multiple Choice Test mit allgemeinen Fragen zur Musikbranche vorgelegt.
Der mündliche Teil ist aufgeteilt in eine Vorbereitungszeit von 10 Minuten und ein Gespräch, was eine halbe Stunde dauert. In den 10 Minuten muss man einen Vortrag zu einem vorgegebenen Thema vorbereiten. Nach dem Vortrag wird man dann noch zu verschiedenen Themen befragt.

Hat man dieses ganze Prozedere überlebt, kann man an der Popakademie studieren. Das Studium besteht aus zwei Semestern Grundstudium (die härteste Zeit) und vier Semestern Haupt- bzw. Projektstudium. Während dem Grundstudium gilt es die vier Themenkurse (1.Wie produziere ich einen Hit? 2.Wie baue ich einen Act auf? 3.Existenzgründung 4.Image, Stage, Performance) zu bewältigen, so wie die allseits beliebten Semesterendprüfungen.
Zu den TKs gibt es, mit der Ausnahme vom ersten, immer eine Projektarbeit neben den Vorlesungen. Am Ende wird dann präsentiert und anschließend noch mündlich geprüft. Zwischen den TKs gibt es sogenannte Intensivphasen, in denen die Musikbusiness Studenten getrennt von den Popmusikdesign Studenten (Musiker) Unterricht haben. Hier geht es also knallhart ums Business. VWL, BWL und Konsorten lassen grüßen.
Für das Projektstudium wählt man einen der vier Schwerpunkte (Künstlerentwickler, Marketing/Vertrieb Experte, Business Manager, Community Manager). Dann gibt es wiederum drei verschiedene Arten von Vorlesungen. MB-Basis Vorlesungen sind Pflicht und unabhängig vom gewählten Schwerpunkt. Institutionelle Wahlpflichtfächer (WP-I) gibt es fünf (Künstlermanagement/Booking, Tonträgerindustrie/Musikvertrieb, Verlag, Medien, Konzert- und Eventagentur) von denen man zwei auswählen muss. Zu guter Letzt gibt es Fächer zur Wahlpflichtfach Vertiefung (WP-V), die vom gewählten Schwerpunkt abhängen. Es wird hauptsächlich an realen Projekten gearbeitet, sowie es der Name Projektstudium ja auch schon sagt. Insgesamt hat man hier aber weniger zu tun als im Grundstudium.

Jede Prüfung die man an der Popakademie antritt muss spätestens beim zweiten Mal bestanden werden. Zusätzlich hat man aber sowohl im Grundstudium als auch im Projektstudium eine Jokerprüfung, die man einsetzen kann, wenn man durch eine Prüfung zweimal gefallen ist. Dies sollte keiner unterschätzen. Ich habe schon einige gehen sehen.

Am Ende winkt einem ein Bachelor der Popakademie Baden-Württemberg, der nicht staatlich anerkannt ist, woran aber gearbeitet wird. Allerdings ist es meiner Meinung nicht unbedingt nötig einen anerkannten Abschluss zu haben, wenn man in der Musikbranche arbeiten will. So gut wie jeder, der in Deutschland mit der Musikindustrie zu tun hat, kennt die Popakademie und weiß wie dort ausgebildet wird.

Während dem Studium absolviert man zwei Praktika, im dritten und im fünften Semester. Im fünften kann man allerdings auch anstatt des Praktikums ins Ausland gehen (GB, Schweden, Holland, Ungarn, Irland).

Pro Semester zahlt man an der Popakademie eine Studiengebühr von 500 € es sei denn man ist Bafög Empfänger. Einen NC gibt es nicht.

Warum ich hier studiere ist ganz einfach zu beantworten: man kann nirgendwo anders in Deutschland Musikbusiness studieren. Ich kann es nur jedem empfehlen, der von Musik besessen ist. Aber auch wirklich nur dann. Die Popakademie ist eine sehr junge Schule, was man natürlich merkt. Dies bietet Vor- und Nachteile. Man kann sich selber in die Entwicklung der Akademie einbringen, einiges läuft halt eben noch nicht so rund. Ich würde hier jederzeit wieder studieren, denn solange man weiß was man will, bekommt man von der Popakademie alles.



Diese Studienganbeschreibung wurde uns freundlicherweise von Ramona Schmidt zur Verfügung gestellt.






 
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