Was ist „Sozialökonomie“?
Sozialökonomie wird nicht mehr lange an den deutschen Universitäten vertreten. Nur ganz wenige der Universitäten in Deutschland bieten Sozialökonomie als Studiengang noch an. Eine davon ist die ehemalige Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Sie bietet nicht nur einen der seltensten Studiengänge, sondern auch ein Studium ohne Abitur an.
Seit dem 4 April 2005 gibt es leider die Universität als Autonomie nicht mehr: sie wurde aus Kostengründen an die Hamburger Uni angeschlossen und vertritt da das Department für Wirtschaft und Politik. Das hatte aber keinen Einfluss auf das Lehrangebot und die Aufnahmebedingungen fürs Studium ohne Abitur.
Unter Sozialökonomie versteht man ein ökonomisch ausgerichtetes, aber interdisziplinäres Studium.
Das Studium besteht aus vier Bereichen: Betriebswirtschaft, Soziologie, Recht und Volkswirtschaft.
Wer sollte sich für Sozialökonomie entscheiden?
Die Sozialökonomie sollten diejenigen wählen, die Spaß sowohl an der BWL haben und sich für politische und soziologische Aspekte der Wirtschaft interessieren.
Aufbau des Studiums und Abschlussmöglichkeiten
Das Studium an der ehemaligen HWP besteht aus zwei Abschnitten, die aufeinander aufbauen. In den ersten beiden Semestern des ersten Studienabschnitts
erlernt ihr die Grundlagen der vier Fachgebieten BWL, VWL, Soziologie, Rechtswissenschaften sowie interdisziplinäres Arbeiten.
Erst dann wählt ihr eines dieser Fächer zum Schwerpunkt.
Studienabschluss nach deiner Wahl
Da der Diplom-Abschluss an vielen Universitäten nicht mehr angeboten wird, habt ihr die Möglichkeit nach sechs Semestern den
ersten berufsqualifizierenden Abschluss mit einem Bachelor in einem Schwerpunktfach zu erwerben. Dabei habt ihr die Wahl zwischen folgenden Abschlüssen:
- Bachelor mit Schwerpunkt in Betriebswirtschaftslehre
- Bachelor mit Schwerpunkt in Soziologie
- Bachelor mit Schwerpunkt in Volkswirtschaftslehre
- Bachelor mit Schwerpunkt in Wirtschafts- und Arbeitsrecht
Grundstudium
Das Grundstudium ist für alle einheitlich, egal für welches Studienschwerpunktfach man sich später entscheidet.
Folgende Fächer müssen im Grundstudium abgeschlossen werden:
- BWL – Die Grundlagen der Betriebswirtschaft wie Investitionsrechnung, Kapitalwertmethode usw.
- Recht – teilt sich in 3 Abschnitte: Arbeitsrecht, BGB und öffentliches Recht
- VWL – Die Grundlagen
- Soziologie – auch die Grundlagen
- Interdisziplinärer Grundkurs – ist mit einer kleinen Hausarbeit meistens zum Thema Ihrer Wahl abzuschließen.
Dabei werden die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens erlernt.
Diese Fächer müssen innerhalb von 2 Semestern abgeschlossen werden.
Zum Grundstudium gehören auch die propädeutischen Fächer:
Mathe 1+2
Statistik 1+2
Buchführung
Empirische Methoden
Politische Geschichte
Deutsch als wissenschaftliche Sprache (alle Studenten mit Abitur sind von dem Fach befreit)
Sie müssten jedoch im Vergleich zu den 5 anderen oben genannten Fächer innerhalb von 4 Semestern abgeschlossen werden.
Hauptstudium
Je nachdem für welchen Schwerpunkt man sich entscheidet, erwarten einen auch unterschiedliche Herausforderungen und Stundenumfänge.
Schwerpunkt in Betriebswirtschaftslehre
Studierende, die BWL als Schwerpunktfach wählen, müssen im Hauptstudium zunächst neben Methodischen Grundlagen auch betriebswirtschaftliche
Grundlagen durch die Kurse Kostenrechnung, Bilanzen, Marketing, Finanzierung und Investition erlernen. Durch eine entsprechende Modulwahl ist zusätzlich
eine Spezialisierung in folgenden Bereichen möglich:
Marketing
Personalwesen
Finanz- und Rechnungswesen
Betriebliche Informationssysteme
Schwerpunkt in Wirtschafts- und Arbeitsrecht
Studierende, die im Hauptstudium Wirtschafts- und Arbeitsrecht als Schwerpunkt nehmen, müssen im Hauptstudium zunächst neben den methodischen
Grundlagen auch rechtliche Grundlagen durch die Grundlagenkurse zum Arbeitsrecht, Zivilrecht und öffentliches Recht erlernen.
Darüber hinaus gibt es auch 4 Wahlrichtungen in Rechtmodulen:
Unternehmen und Unternehmensberatung
Arbeit und Personal
Verwaltung/ öffentliches Recht
Bank/Finanzdienstleistungen/Versicherungen
Schwerpunktfach in Soziologie
Studierende mit dem Schwerpunktfach "Soziologie" müssen neben den methodischen Grundlagen unter anderem auch ein "Empirisches Praktikum" absolvieren.
Das Thema sollte auf der Wahl des Moduls basieren. Hier stehen 3 Bereiche zur Auswahl:
Sozialisation und Sozialpsychologie
Arbeit und Organisation
Politische Soziologie
Schwerpunktfach in VWL
Studierende, die sich für das Schwerpunktfach VWL entschieden haben, müssen neben den methodischen Grundlagen auch volkswirtschaftliche Grundlagen
durch die Markt- und Makrotheorien erlernen. In den Modulen sind folgende Spezialisierungen möglich:
Arbeit und Organisation
Internationale Wirtschaft und Politik
Öffentlicher Sektor
Regelstudienzeit
Das Studium an der HWP ist berühmt durch seine kurzen Studienzeiten. Durchschnittlich braucht man zum Erlangen eines Bachelorabschlusses nur 6,9 Semester.
Die Dauer des Grundstudiums beträgt 2 Semester, des Hauptstudiums 4.
Masterstudiengang
Nach dem Bachelorstudiums kann man sich auch noch für ein Masterstudiengang entscheiden. Momentan bietet HWP folgende Masterstudiengänge an:
International Business Administration
Europastudien
Entrepreneurship
Human Ressource Management/ Personalpolitik
Gender und Arbeit
Daten- und Informationsmanagement
Ökonomische und Soziologische Studien/ Economic and Social Studies
Bewerbung
Für diesen Studiengang müsst ihr euch direkt bei der jeweiligen Uni bewerben. Bei den meisten Unis gibt es dafür ein Online-Verfahren in der Bewerbungszeit.
Informationen zu den Bewerbungen und zu den Zulassungsvoraussetzungen stehen auf den Homepages der Unis.
Für mehr Informationen über das sozialökonomische Studium und das Studium ohne Abitur:
www.hwp-hamburg.de
oder
Joachim Frädrich
Von-Melle-Park 9
20146 Hamburg
E-Mail: Fraedrich@hwp-hamburg.de