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Studiengang Soziologie an der LMU
Für einen Soziologen gibt es kein klar definiertes Betätigungsfeld - wie etwa für einen Mediziner oder einen Juristen.
Nicht zuletzt aus diesem Grund besteht in der Öffentlichkeit ein sehr unaufgeklärtes Bild über die Soziologie! Zusätzlich hängt dieser Sparte notorisch die Meinung nach, dass man als Soziologe besonders schlechte Berufsaussichten hat. Das stimmt nicht! Die jährlich durchgeführten Absolventenstudien ergeben, dass nur ca. 7-8 % der Soziologieabsolventen (Münchner Absolventenstudie 2005) nach ihrem Abschluss länger als sechs Monate arbeitssuchend bleiben.

Ich habe diesen Studiengang zunächst gewählt, weil mich die Psychologie der Masse interessiert. Soziologiestudenten wird oft nachgesagt, dass sie ja nur Soziologie studieren, weil der Notendurchschnitt im Abi nicht für Psychologie gereicht hat. Die Verwandschaft ist eng, man kann die Masse nicht ohne Individualpsychologie verstehen und andersherum, es handelt sich aber trotzdem um ein anderes Gebiet und vor allem um ein anderes Betätigungsfeld.

Das Studium ist in Grund – und Hauptstudium aufgeteilt. Da es ein Diplomstudiengang ist, wählt man zwei Nebenfächer. Das erste wird aus VWL, BWL und Psychologie gewählt und das zweite aus den zugehörigen Fächerkombinationen, z.B. Statistik, Kommunikatonswissenschaft oder Politische Wissenschaft. Es ist allerdings möglich ein nicht vorgegebens Studienfach beim Prüfungsamt zu beantragen. Die Nebenfächer müssen nicht im ersten Semester gewählt werden, man kann es aber selbstverständlich tun. Soweit ich das überblicken kann, wählen die meisten Studenten ihre Nebenfächer im 3. und 4. Semester.

Das Grundstudium

Im Grundstudium beschäftigt man sich hauptsächlich mit folgenden Vorlesungen bzw. Seminaren:
Einführung in die Soziologie, Theorie Vorlesungen und Seminare, Statistik I + II, Methoden und Techniken der empirischen Sozialforschung (M.u.T.d.e.Sf.), Sozialpsychologie, VWL, Sozialstruktur der BRD. Zu den Vorlesungen gibt es in der Regel noch Tutorien, die sehr zu empfehlen sind. Wegen der namhaften Professoren der LMU sind die Vorlesungen und somit auch die Tutorien häufig überfüllt. Aber ich glaube, das ist inzwischen ein Problem von „fast“ jeder Uni in „fast“ jedem Studiengang.

Zu den Vorlesungen ist noch zu sagen, dass man sie sich teilweise wirklich sparen kann, wenn man das Skript oder den Reader hat. Aber auch nur teilweise! Das ist aber schnell herausgefunden.
In M.u.T.d.e.Sf., VWL und Sozialstruktur macht man jeweils eine Vordiplomsprüfung im Verlauf der ersten 4 Semester. Diese Prüfungen sind nicht ohne und haben teilweise hohe Durchfallqouten. Ist eine der Klausuren beim ersten Mal nicht bestanden, kann es passieren, dass sich das Grundstudium bis zum Vordiplom verzögert, da einige Vorlesungen nur im Wintersemester oder nur im Sommersemester angeboten werden. Aber keine Panik-Mache! Man muss sich gut vorbereiten und sich vor allem Alt-Klausuren beschaffen! Es lässt sich zumindest in etwa abschätzen, was gefragt wird. Im Übrigen bestehen die Klausuren sowohl aus Multiple-Choice wie auch aus offenen Fragen.
Methoden und Techniken der emprischen Sozialforschung ist ein verhältnismäßig neues Gebiet und wird in der der Intensität, soweit ich informiert bin, nur in der Soziologie gelehrt. Die LMU hat darin einen Schwerpunkt gesetzt. Und am Rande sei bemerkt, dass die Absolventenstudien ergeben, dass Studenten mit Vertiefungsgebiet empirische Sozialforschung die besten Berufsaussichten haben.

Das Hauptstudium

Im Hauptstudium wählt man zwei Vertiefungsgebiete wie z.B. Soziologie der sozialen Ungleichheit, politische Soziologie, Wirtschaftswissenschaft und besucht hierzu Seminare.
Die Regelstudienzeit beträgt 8 bzw. 9 Semester, eingerechnet ein Semester für die Diplomarbeit.
An der LMU wird kein Praktikum verlangt, und das ist, soweit ich weiß, bei den meisten Unis der Fall.

Die Voraussetzungen

Spezielle Voraussetzung für ein Soziologiestudium braucht man nicht. Man sollte gerne lesen und sich auch schriftlich ausdrücken können, wobei man das während des Grundstudiums auch lernt. Nicht selten muss man englische Texte lesen, aber das ist auch schon alles, was die Fremdsprachenerfordernisse angeht.
Wer gut in Stochastik war, wird sich in Statistik eher leicht tun, wer nicht, kann es trotzdem ohne all zu große Probleme schaffen.

Bewerbung

Für ein Soziologie-Studium müsst ihr euch direkt bei der jeweiligen Uni bewerben. Bei den meisten Unis gibt es dafür ein Online-Verfahren in der Bewerbungszeit. Informationen zu den Bewerbungen und zu den Zulassungsvoraussetzungen stehen auf den Homepages der Unis.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass es zumindest in den ersten 4 Semestern kein großes Problem ist, nebenher zu arbeiten. Man hat ca. 10-16 Semesterstundenwochen, je nachdem wie eilig man es hat. Wer nicht arbeiten braucht, kann sich bei der Fachschaft engagieren.

Wichtiger Link:

http://www.soziologie.uni-muenchen.de/


Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Kerstin Oldemeier zur Verfügung gestellt.




 
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