Was spricht für Italien? Es ist ein Land mit freundlichen Menschen, wunderschönen
Städten und auch meistens schönem Wetter.
Drei offensichtlich gute Gründe, dieses Land
als Studienort zu wählen. Natürlich sind dies eher
oberflächliche Kriterien, aber auch
die Bildung kommt in Italien nicht zu kurz.
Man hat als Student die Wahl zwischen 70 kleineren und größeren Hochschulen, von denen auch einige
ausschließlich auf internationale Studenten spezialisiert sind. Insgesamt sind in Italien etwa 1,9
Millionen Studenten eingeschrieben, davon kommen etwa 26.000 aus dem Ausland, darunter viele Deutsche, was
das Studium noch ein wenig angenehmer macht.
Gründe für ein Studium in Italien
Das an das angloamerikanische System angelehnte, abschnittsweise gegliederte italienische Studiensystem
erlaubt ein flexibles Studium. Einen weiteren Pluspunkt stellen sicherlich auch die im Vergleich zum
englischsprachigen Raum relativ günstigen Studiengebühren dar. Trotz alledem ist der Erlebnisaspekt des
mediterranen Flairs natürlich nicht von der Hand zu weisen und dürfte schon so manchen auslandsbegeisterten Studenten nach Italien gelockt haben.
Studiensystem Italien
Den studierwilligen Italienbesucher erwarten 57 staatliche Universitäten, drei Technische Hochschulen,
vierzehn private Hochschulen, fünf Hochschulinstitute, drei schulische Einrichtungen sowie zwei Universitäten
für Ausländer. Letztere vermitteln Ausländern die für ein Studium an einer italienischen Universität notwendigen –
vor allem sprachlichen – Fähigkeiten und sind insofern keine Universitäten im eigentlichen Sinne. Zudem existieren
Kunstakademien, die eigene Abschlusszeugnisse vergeben, sowie hochschulähnliche Einrichtungen, die auf akademischem Niveau in
beruflichen Bereichen ausbilden.
Zunächst erfolgt ein dreijähriges Studium zum ersten akademischen und berufsqualifizierenden Abschluss, der Laurea. Die daran
anschließende Laurea Specialistica ist ein zweijähriges Aufbaustudium mit wissenschaftlicher Vertiefung und Spezialisierung.
Danach besteht die Möglichkeit zur Promotion (Dottorato di Ricerca). Mittlerweile finden sich zunehmend auch Master-Kurse im
Bildungsangebot italienischer Universitäten.
Aufnahmekriterien Italien Studium
Die deutsche Hochschulzugangsberechtigung (12. Schuljahr ist ausreichend) stellt die Mindestvoraussetzung
für eine Zulassung im Undergraduate-Level, also Bachelor Studium an den Universitäten in Italien dar,
soweit das angloamerikanische Bildungssystem schon eingeführt ist. Für den Zugang zum spezialisierteren zweiten
Studienabschluss, dem Master Studium (Graduate-Level), reicht je nach Universität die deutsche Zwischenprüfung
bzw. das Vordiplom nicht aus, sondern der Studienabschluss ist notwendig. Die Anrechnung der deutschen Bachelor-
und Master-Abschlüsse sollte durch die europaweite Anerkennung im Rahmen des Bologna Prozesses kein Thema mehr sein.
Bewerbungsprozedur an Universitäten in Italien
Zu richten ist die Bewerbung direkt an die entsprechende italienische Hochschule. Wichtige Unterlagen
sind üblicherweise die Fotokopie des Abiturzeugnisses sowie dessen Übersetzung in die italienische Sprache,
die Bescheinigung der Gleichwertigkeit des Schulabschlusses mit der italienischen Hochschulreife, Passfotos,
ein formloser Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel während des Aufenthalts sowie ein Krankenversicherungsnachweis.
Die Aufnahme eines Studiums setzt zudem entsprechende Sprachkenntnisse voraus, wobei allerdings nicht mehr alle Universitäten
diese mittels eines Sprachtests überprüfen. Zu beachten sind darüber hinaus mögliche Zulassungsbeschränkungen, die das Bestehen
zusätzlicher Fachtests erforderlich machen.
Kosten und Finanzierungen eines Italien Studiums
Die Studiengebühren an italienischen Universitäten setzen sich aus einem Grundbetrag, Zuschlägen für
Prüfungen und sonstigen Gebühren zusammen. Ihre Höhe hängt von der jeweiligen Bildungseinrichtung ab, wobei 750
€ pro akademisches Jahr als Richtwert angenommen werden können. Hinsichtlich der Lebenshaltungskosten gibt es keine
allzu großen Unterschiede zwischen Deutschland und Italien. 600 € pro Monat reichen aus.
Glücklicherweise existieren vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten, so dass das Auslandsstudium nicht zwangsläufig zur
Bekanntschaft mit dem Kontosaldo führen muss: universitäre Austauschprogramme, Auslandsbafög, Bildungskredite des Bundes
und der EU, Teilstipendien diverser Organisationen sowie Stiftungsgelder können in dieser Hinsicht ebenso hilfreich sein
wie die Wahrnehmung von Arbeitsmöglichkeiten im italienischen Ausland.
Anerkennung von Studienleistungen
Die Anrechnung in Italien erbrachter Studienleistungen erfolgt in der Regel per Kursvergleich
durch die Prüfungsämter der deutschen Hochschulen. Grundsätzlich sollte unbedingt vor dem Italienaufenthalt
geklärt werden, welche Studien- und Prüfungsleistungen sich für das deutsche Studium als nützlich erweisen könnten.
In Bezug auf Studiengänge, die mit einer Staatsprüfung abschließen, wird nach Maßgabe der geltenden staatlichen Prüfungsordnungen entschieden.
Einfacher gestaltet sich die Anerkennung von Abschlüssen: durch ein Abkommen zwischen Deutschland und Italien ist
geregelt, dass die italienische Laurea dem Magister, dem Diplom oder dem Staatsexamen an einer deutschen Universität entspricht.
Visum und Krankenversicherung für Italien
Innerhalb der EU können Staatsangehörige eines EU-Staates sich bis zu 90 Tagen in anderen EU-Staaten aufhalten,
sofern sie im Besitz eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises sind. Bezüglich längerer Aufenthalte kann man
sich um eine Aufenthaltsgenehmigung kümmern, welche aber keineswegs zwingend notwendig ist.
Für ein Auslandsstudium in Italien ist es auf jeden Fall ratsam sich den Nachweis E 111 von der heimischen Krankenkasse
ausstellen lassen, damit die Kostenübernahme bei Krankheit und Krankenhausaufenthalt gewährleistet ist. Eine andere
Möglichkeit ist der Nachweis einer privaten Krankenversicherung. Ohne eine Krankenversicherung ist die Einschreibung
an italienischen Universitäten nicht möglich.
Voll-, Teilstudium oder vielleicht ein Sprachkurs?
Zwar macht das deutsche Abitur es prinzipiell möglich, das gesamte Studium an einer italienischen Hochschule
in je nach Fachrichtung drei bis fünf Jahren zu absolvieren. Da italienische Hochschulabschlüsse in Deutschland
aber weitgehend unbekannt sind und die Qualität der Bildungseinrichtungen durch das Fehlen umfassender Rankings
schwer einzuschätzen ist, sollte man eher ein Teilstudium in Erwägung ziehen. Möglich ist die Fortsetzung eines
in Deutschland begonnen Studiums; empfehlenswert ist allerdings auch der Einstieg in ein Master-Programm als
Aufbaustudiengang, da man auf diesem Wege nach ein bis zwei Jahren in den Genuss eines international anerkannten
Abschlusses kommt. Wer dahingegen insbesondere an der italienischen Sprache Gefallen findet, dürfte mit der Entscheidung
für einen der zahlreichen, sowohl von Sprachschulen als auch von universitären Einrichtungen, angebotenen Sprachkurse richtig
liegen. Die Bandbreite der Kursprogramme dürfte den Bedürfnissen jedweder Zielgruppe entsprechen und peinliche Pizza- und
Eisbestellungen in haarsträubendem Touristenitalienisch der Vergangenheit angehören lassen. Für das Auslandssemester kann
man sich an Organisationen wie ERASMUS wenden, die gern hilfreich zur Seite stehen und auch die Durchführung betreuen.