Giessen, unweit von Frankfurt am Main gelegen, ist eine Kleinstadt mit 75.000 Einwohnern.
30.000 Studenten studieren hier an der Justus-Liebig-Universität und der Fachhochschule Giessen-Friedberg.
Neben vielen verschiedenen Fachrichtungen gibt es hier auch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm und die Nähe zu Marburg und Frankfurt ermöglicht es,
auch einmal über den Tellerrand der eigenen Stadt hinaus zu blicken.
Alles über Gießen
Allgemeines
Giessen hat viele verschiedene Facetten und keine andere Kleinstadt spaltet die Geister so, wie dieses "Kleinod Mittelhessens". Denn Giessen ist hässlich. Sogar sehr hässlich.
Das sagt jeder, der zum ersten Mal hier her kommt. Der Stadtkern besteht auf den ersten Blick nur aus grauen 50er Jahre Bauten, die nach den massiven Bombeneinschlägen
im zweiten Weltkrieg die Leere wieder füllen sollten. Nicht wirklich das, was man sich wünscht, wenn man von zu Hause aus in eine völlig unbekannte Stadt zieht und sich
an die Hoffnung klammert, dass einen die idyllische Stimmung in der Kleinstadt schnell verzaubert.
Was kann ich in Gießen machen?
Kultur
Aber Giessen hat auch seine schönen Ecken. Die Nebenstraßen an der Wieseck zum Beispiel, einem kleinen Fluss, der mitten durch die Stadt fließt. Hier
stehen noch einige Häuser der Vorkriegszeit mit Stuck und schönen Balkonen. Oder das Stadttheater, das nicht nur von außen ein Schmuckstück ist.
Zugegeben, auch das ist klein. Aber hier kann man noch den Geist des alten Giessens erleben, mit einer wunderschönen Architektur und einem Saal,
in dem man garantiert immer alles hautnah miterlebt, was auf der Bühne so vor sich geht. Opern und Theaterstücke mit hochkarätigen Sängern und Schauspielern.
Nicht zu vergessen die Sinfoniekonzerte, die Studentenwochen und die Nacht der offenen Tür, in der alle Räume des Stadttheaters geöffnet sind. Sogar die unterirdischen Probebühnen.
Sport
Für weniger Kultur- aber dafür Sportbegeisterte findet sich hier ein kleines Mekka der Körperertüchtigung. Neben den örtlichen Sportvereinen mit den 46’ers der Basketballbundesliga
wird auch ein umfangreiches Programm der Universität angeboten. Von Skigymnastik über Unterwasserrugby, Yoga, Klettern und allerlei Ballsportarten werden auch in den
Ferien Kurse, Auslandsfahrten und Radwandertouren angeboten. Im Sommersemster gibt es neben dem allwöchentlichen „Tuesday-Night-Skating“ quer durch die ganze Stadt auch
noch den „Sport-Dies“, an dem die einzelnen Sparten und einige Sportstudenten ihr Können präsentieren. Im Anschluss steigt dann die fette Party direkt bei den Sportstätten.
Auch wer sich gern alleine fit hält, hat mit dem Bergwerkswald, den Schwimmbädern, dem Schiffenberg und seinem Klosterbiergarten eine Menge Natur in der Nähe,
in der sich hervorragend schwimmen, skaten, joggen, walken, biken und wandern lässt. Und Tierbesitzer kommen so auch auf ihre Kosten.
Cafés
In der Stadt selbst gibt es eine Menge Cafés, Restaurants und Bars, in denen sich gut der eine oder andere Cocktail schlürfen lässt. Im Uhlenspiegel gibt es oft
Livemusik und im Haarlem, dem Musikkeller, kann abgetanzt werden. Auch hier darf man keine Multiplexdiskos erwarten, aber wenigstens trifft man hier immer wieder
mal ein bekanntes Gesicht. Generell besteht in Giessen aber nicht die Gefahr, dass man irgendwann einmal jeden kennt. Wie auch, bei den vielen Studenten,
die neu an die Uni kommen, wegwechseln, herwechseln, nur in der Woche da sind oder vom Pendler zum festen Einwohner werden.
Wobei der letzte Punkt besondere Aufmerksamkeit verdient, denn der Wohnungsmarkt ist hier ein Thema für sich.
Wohnungen und WG's in Gießen
Immer eine schwierige Sache und tendenziell
sind alle WG-tauglichen Wohnungen schon vermietet, wenn das Semester beginnt. Es ist ziemlich teuer und wer nicht das Glück hat, durch seinen
NC-freien Studienplatz eine frühzeitige Zusage zu bekommen, muss nach der ZVSvergabe erst sehr spät auf die Suche gehen. Viele der Neuankömmlinge suchen
sich deshalb erst einmal eine Übergangslösung, d.h. eine Zwischenmiete. Erfahrungsgemäß ist das nicht verkehrt, denn nach den ersten Monaten hat man oft eine
Vorstellung, ob man lieber alleine wohnt, oder mit wem man zusammenziehen möchte. Gegen Ende der Semester ist es dann auch nicht mehr all zu schwierig,
eine längerfristige Bleibe zu finden. Und wenn man etwas sucht, ist auch der ein oder andere Glücksgriff dabei. Lange Wege erspart man sich dann immer,
denn schließlich muss auch eine Kleinstadt seine Vorteile haben.
Mobilität
So ist man mit dem Fahrrad schnell überall und auch ein Hollandrad gewöhnt sich mit der Zeit schnell an die hügelige Landschaft.
Mit dem Semesterticket kann der ganze RMV- und NVV-Bereich ausgenutzt werden, so dass Kassel, Marburg, Frankfurt am Main und auch Mainz
kostenlos besucht werden können. So sind der Weihnachtsmarkt unterm Römer und der Karneval nicht weit entfernt.
Fazit
Wenn man sich also die Mühe macht und hinter die Fassade der Stadt schaut, entdeckt man wirklich ein Kleinod, das sich vielleicht nicht laut und protzig, dafür
aber mal spannend, mal entspannend gibt und inmitten einer wunderschönen Landschaft gelegen ist.
(/avdh)
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