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Studiengang Humanmedizin - das Physikum (Beispiel Jena)

Das 4. Semester der Vorklinik in Jena: Endspurt zum Physikum

Das 4.Semester ist in Jena im Vergleich zu den vorigen Semestern der Vorklinik das deutlich Entspannteste. Zu Recht glaubt man, wenn man bedenkt was einem am Ende des Semesters erwartet: das Physikum! Dennoch sei gleich am Anfang gewarnt, sich nicht auf Lorbeeren der vergangenen Semester auszuruhen. Denn im 4.Semester ist deutlich mehr Selbstdisziplin und Eigeninitiative gefragt als in den vorangegangenen drei Semestern. Das kann zu Beginn ziemlich überfordern, denn wo soll man bei der riesigen Fülle an Lernstoff nur anfangen? Im Stundenplan selbst dominiert hauptsächlich die Physiologie: Physiologie Vorlesungen und Physiologie Seminare, sowie Physiologie Praktikum und extra Seminare mit klinischem Bezug. Hinzu kommt noch das Fach Einführung in die klinische Medizin. Eine Pflichtveranstaltung, in der man einen Eindruck von der Klinik ganz generell bekommen soll. Gerade wenn Patienten aus der Klinik mit ihren Krankheitsbildern vorgestellt werden, kann dies eine sehr interessante Vorlesung werden, die für den weiteren Verlauf des Studiums wegweisend sein kann! Wie auch im 3.Semester wird der Psychologie Kurs fortgeführt, wobei man anhand von simulierten Patientengesprächen, sowie einem Filmprojekt am Ende des Semesters seine Soft Skills stärkt. Zu guter Letzt gibt es weiterhin Biochemie Seminare mit klinischem Bezug jedoch
ohne begleitende Vorlesung. Am Ende des 4. Semesters wird nur noch eine einzige Klausur in Physiologie geschrieben. Wenn keine Scheine mehr fehlen, steht dem Physikum also nichts mehr im Wege.

Vorbereitung auf das Physikum

Bleibt also die Frage, wann man mit der Physikumsvorbereitung anfängt und wie hoch nun letztendlich der Aufwand ist. Generell gilt: schriftlich ist schwieriger als mündlich!
Daher sollte man nicht all zu spät mit dem Kreuzen anfangen und am besten schon während des Semesters passend zu den Lernthemen kreuzen. Hilfreich ist es, sich bei einer online Fragenbank wie examen-online oder mediscript anzumelden, um einen Überblick zu bekommen, was man bereits gut kann und wo noch Nachholbedarf besteht. Die Kommentare zu den Fragen sind gut erklärt, so dass man nicht lange im Lehrbuch nachschlagen muss. Auch Lernpläne lassen sich dort individuell gestalten und in Form eines Kalenders erstellen. Wer ein Smartphone besitzt kann sich auch eine App wie z.B. iPhysikum runterladen, um die Leerlaufzeiten an der Bushaltestelle oder unterwegs im Zug auf dem Weg nach Hause sinnvoll auszunutzen.

Was genau erwartet den Medizinstudenten in der schriftlichen Prüfung?

Geprüft wird an zwei aufeinander folgenden Tagen mit je 160 Multiple Choice Fragen in den Fächern:
  • Physik/Physiologie,
  • Chemie/Biochemie/Molekularbiologie,
  • Biologie/Anatomie und
  • Psychologie/Soziologie
Die mündliche Prüfung läuft nach Aussagen älterer Studenten in Kleingruppen ab. Dabei startet man im Histosaal und muss ein Präparat auslosen, zu dem man später was erzählen muss. Anschließend geht es in den Präpariersaal, wo man anhand einer Leiche zu seinem anatomischen Wissen gefragt wird. Die anwesenden Professoren der Biochemie und Physiologie lenken dann irgendwann ein und stellen die Fragen zu ihren Fachgebieten. Alles in allem dauert die Prüfung ca.45 min. pro Person. Die mündliche Prüfung findet in Jena im Übrigen immer nach der schriftlichen Prüfung statt!

Was den Lernplan angeht, gibt es nicht für jeden Studenten den einen perfekten Masterplan. So manch einer mag es tatsächlich in einem 30 Tage Crashkurs schaffen sich ausreichend vorzubereiten. Besser ist es jedoch sich einen realistischen Zeitraum von ca.12 Wochen zu setzen und einen ausreichenden Zeitpuffer, sowie Lernpausen einzuplanen.
Dabei sollte man nicht allzu viel Zeit für die Grundlagenfächer Chemie, Physik und Biologie aufwenden –ein Kurzlehrbuch reicht hier vollkommen aus-, sondern sich vor allem auf die großen und auch mündlichen Fächer Anatomie, Biochemie und Physiologie konzentrieren. Wer hier richtig gut lernt, kann das unter Umständen fehlende Wissen in Physik mehr als wett machen. Was das Fach Psychologie angeht: Vielen fällt es leicht und können die Fragen fast schon intuitiv beantworten, andere brauchen zusätzlich nochmal das Wissen aus dem Lehrbuch. In jedem Falle sollte man sich aber die Vorlesungsfolien anschauen und möglichst viele Fragen kreuzen.

Hürde oder machbar

Alles in allem ist das Physikum eine machbare Hürde. Von den 228 Studenten in Jena des letzten Physikum Jahrgangs 2012 sind 20 durchgefallen (entspricht 8,8%). Wenn man bedenkt wie hoch die Durchfallquoten in den Klausuren sind, ist dies sicherlich ein beruhigendes Ergebnis.

Von Astrid Staschewski, Medizinstudentin an der Uni Jena
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