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Medizin - der Präpkurs - Erfahrungsbericht Teil 1

Erste Gedanken über den Präpkurs

Er ist eines der Elemente der Vorklinik, auf die ich mich schon seit Beginn meines Studiums gefreut habe und meiner Erfahrung nach kann ich wirklich bestätigen, dass er seinen Titel als das „Herzstück der Vorklinik" mehr als verdient (Diesen Ausdruck zitiere ich nach einem der Anatomen hier in Kiel und er hat vollkommen recht.)
Ich gebe zu, es mag auf den ersten Blick ein bisschen verstörend wirken, wenn man davon „schwärmt“ oder sich darauf freut, einen verstorbenen Menschen aufzuschneiden und im wahrsten Sinne des Wortes den vorliegenden Körper auseinander zu nehmen.
Aber ich persönlich sehe darin eine einzigartige Möglichkeit, den Aufbau des Körpers zu studieren. Man darf die einzelnen Organe in die Hand nehmen und eine Vorstellung davon gewinnen, wie dieser wirklich aufgebaut ist. Der menschliche Körper ist eine Genialität für sich. Und das beginnt man in diesem Kurs zu verstehen.
Ersten Kontakt mit Leichen(-teilen) hat man ja schon im ersten Semester (siehe 1.Semester in Kiel) im Abschnitt Bewegungsapparat. Für den einen oder anderen mag es sich schon komisch oder mehr unangenehm angefühlt haben. Ich persönlich war aber so gespannt darauf sowohl Körper als auch Kopf zu erblicken und endlich loslegen zu dürfen, dass ich mich nicht erinneren kann mich auch nur ein bisschen geekelt oder gar gefürchtet zu haben. Der Anblick
„enttäuscht“ schon fast (wenn man das überhaupt so formulieren darf).
Die Leiche wirkt einfach nur leicht gelblich und an einigen Stellen mag man dunkle Blutflecken(meist auf dem Rücken) finden. Dies sind Stellen, an denen sich das Blut noch angesammelt hat. Der Kopf sowie die Hände als auch Füße sind nochmal mit weiteren Laken bedeckt. Man wird kurz darauf hingewiesen, dass jetzt das Laken entfernt wird und man das Gesicht des Körperspenders erblicken darf.

1.Abschnitte - Erste Erfahrungen

Im ersten Kursabschnitt geht es um ventrale und dorsale Rumpfwand, Hals, Mamma, Brust-/Bauchwand und auch die äußeren Geschlechtsorgane.
Man lernt in den Vorlesungen erste Strukturen der Oberflächenanatomie kennen und legt am ersten Tag dann die oberflächlichen Einteilungen fest, indem man vorher mit Kajal oder Edding nach Vorgabe Linien auf dem Körper zeichnet. Dann dürfen die ersten Schnitte gesetzt werden -hier bitte darauf achten, nicht zu tief zu schneiden (Auch wenn der ein oder andere Professor das gerne tut - nein, Namen werden nicht genannt :D!). Man teilt den Körper in bestimmte Gebiete ein, da 12 Mann an einer Leiche arbeiten werden (Man kann sich vor dem Präpkurs zusammentun und in bestimmte Listen einteilen). Man wird zu zweit oder zu dritt an einem Gebiet arbeiten - ja es kann sehr eng werden. Vor allem da man die Extremitäten noch am Körper hat, wird es besonders am Oberkörper Schwierigkeiten beim Arbeiten im Bereich des Halses und der Achsel geben. Das heißt, dass man auch mal abwechseln muss und abwechselnd arbeitet um an ganz bestimmte Stellen ranzukommen und auch den Freiraum zu haben um sich richtig bewegen zu können.
Zunächst ist es langsame, etwas mühsame Arbeit, da man erstmal die Haut abschaben darf und das bedarf Zeit - aber auch Vorsicht. Sie wird auch schnell langweilig. Nach und nach sieht man immer mehr von der Fettschicht und bevor man die Haut vergisst - die Hautschicht von innen ist wirklich wunderschön. Mich persönlich hat es an es an die weiße Innenseite einer abgepellten Orangeschale erinnert (Der Vergleich ist schon unappetitlich aber dennoch ein relativ Guter.) Hier läuft man schnell der Gefahr aus schon in die tieferen Schichten zu schneiden (Ich spreche aus Erfahrung).
Die Fettschicht ist deutlich einfacher abzugrenzen und man kann sie auch sehr einfach entfernen. Diese ganze Prozedur des Abschnippelns und Abschabens nimmt gut 2 -3 Tage in Anspruch, je nachdem, welches Gebiet einem zugeteilt wurde.
Danach beginnt die Arbeit an der tieferen Schicht der Muskulatur. Wirklich wunderschön der Anblick - vor allem an all den Übergängen und Sehnenansätzen. Die ganze Systematik und alle die als einzeln zu erkennbaren Strukturen sind ziemlich gut zu erkennen. Diese Arbeit macht viel mehr Spaß, da man die einzelnen Muskeln voneinander trennt und je nach Lage abklappt, abschneidet und wie in der Präpanleitung (oder auch nicht) vorgesehen weiterverarbeiten.
Bei unserem Körperspender (- es handelte sich bei uns übrigens um einen Mann) sind wir aber auch beim Bearbeiten der oberflächlichen Oberkörpermuskeln auf harte Gebiete gestoßen und haben uns gewundert, woran das liegen mag. Erst im Nachhinein haben wir erfahren, dass wir an gebrochenen Rippen entlanggearbeitet hatten. Diese waren höchstwahrscheinlich durch Reanimationsversuche entstanden. Leider sind diese Bereiche dann auch deutlich schwerer zu präparieren und das Ergebnis ist weniger befriedigend. Aber auch gefährlicher, da man sich daran eventuell verletzen kann. 2 haben sie an den Hals gesetzt. Jeweils links und rechts hatten wir eine Gruppe von 2 die die jeweilige Oberkörperhälfte bearbeiten durften. Je drei Leute waren aufgeteilt für jede Beinseite.
Der Halsbereich wurde besonders schön präpariert und war meiner Ansicht nach einer der schönsten Ecken des Körpers.Man konnte ziemlich viel an Schichten und Strukturen wie beispielsweise das Trigonum caroticum erkennen und auch den Nervenverlauf zur Achselhöhle (nach sehr langem Präparieren)sehr gut verfolgen.
Aber auch die Achselhöhle ergab sich nach langer Arbeit und vielem Abwechseln als eine der übersichtlicheren Stellen, wo natürlich der Plexus brachialis die Hauptrolle spielt. Es fällt einem ein bisschen schwer die Strukturen zu lernen aber man muss hier wirklich auf den Verlauf des Plexus achten und dann weiß man welche Struktur man in den Händen hält. An der Bauchwand sind nach längerer Präparation dann auch die Faszienverhältnisse zu erkennen. Als wichtigster klinischer Aspekt möchte ich nur einmal kurz die Leistenhernie einwerfen. Es ist sehr interessant wie der Körper trotz querverlaufenden und längsver-laufenden Muskelschichten Schwachstellen aufweisen kann, aus denen Organabschnitte und weiteres einfach sich ausstülpen können.
Im Bereich des Unterkörpers waren von besonderer Bedeutung die äußeren männlichen Geschlechtsorgane, wobei diese ortstechnisch die nächsten relevanten Aspekte für das bevorstehende Testat darstellen. Unsere Gruppe hatte sich da auch sehr viel Mühe gegeben,sodass man beispielsweise sowohl am Penis als auch am Hoden beispielsweise sehr gut einige der vielen Schichten beobachten durfte.
Relativ nah hatten weitere dann den Venenstern(wichtige Struktur!) freigelegt. Bei diesem Testat hatte man einen sehr geringen Anteil an zu lernenden Muskeln(für uns äußerst beruhigend), aber dafür viele spannende klinische Anteile.Diese kann man sehr gut dafür nützen, das Wissen damit zu verknüpfen und so hoffentlich besser zu lernen. Ein besonderes Highlight, was bei unserem Körperspender ausblieb, war die Mamma der Frau. Es gab einige weibliche Körperspender, bei denen dann die Dozenten und Mitarbeiter die weibliche Brust entfernt und fertig präpariert für den jeweiligen Kurs vorbereitet hatten. Danach würden die Lichter ausgemacht und alle durften dann gespannt auf die Bildschirme starren. Unser Anatomie-Professor zeigte uns dann Aufbau und die Struktur und erwähnte nochmal die wichtigsten Aspekte zum Thema Mamma. Auch weitere Besonderheiten wurden dann nach und nach per Bildschirm noch mal für alle im Saal gezeigt. Hier sollte man sich schnell einen Platz suchen, da es je nach Thema doch etwas länger dauern kann als gedacht.

(sm) (2017)

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