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Medizin - der Präpkurs - Erfahrungsbericht Teil 2

2. Abschnitt- Der Blick ins Innere

Der zweite Abschnitt wurde als Situs abgekürzt. In diesem Teil werden jedem Humanmediziners-Tisch 2 Zahnmediziner zugeteilt, die neben dem Hals verpflichtet sind den gesamten Situs mitzulernen. Vom Umfang her ist es (meiner Ansicht nach) der lernintensivste Teil des gesamten Präpkurses - aufgrund der vielen inneren, unterschiedlichen Organe. Allen voran, das Herz. Für mich war es eine totale Überraschung, dass ich das Herz sogar als Präparationsgebiet erhalten durfte, da ich schon jegliche Hoffnung auf dieses Gebiet aufgegeben hatte. Es ist schließlich das beliebteste Thema schlechthin. Umso größer war meine Freude, als wir es tatsächlich bekamen und schließlich anfangen durften. Ich kann an dieser Stelle nur betonen, dass ich diesem Körperspender so dankbar war für dieses Herz. Es hatte sehr viele Besonderheiten, angefangen mit seiner sehr außergewöhnlichen Größe - im Vergleich zu manchen Tischen war es doppelt zu groß. Anfangen durften wir selber aber erst damit, nachdem es vom Dozenten rausgenommen und einmal jeder aus unserer Gruppe es in der Hand gehalten hatte. Im Nachhinein ein schon etwas makaber wirkender Gedanke. Es kam mir irgendwie falsch vor, deshalb habe ich bewusst abgelehnt, das Herz in der
Hand zu halten.

Danach begannen wir mit dem typischsten aller Schritte - der Fettentfernung und legten langsam nach und nach die Koronararterien frei. Dies beansprucht so viel Zeit. Danach ist man froh es endlich geschafft zu haben und man kann nun beginnen, sich weiter ins Innere des Herzen vorzuarbeiten. Ein einzigartiger Moment, wenn man die Erlaubnis erhält, die Schnitte setzten zu dürfen, um je nach Lage und Besonderheiten des Herzens (bei uns hatte er an einem Herzohr verwachsene Stellen, was es schwerer machte, dort einen Schnitt zu setzen, also musste wir die Schnitte etwas anders setzen) die Vorhöfe und Kammern zu eröffnen. Es ist tatsächlich nicht weniger hübsch als die Darstellungen, die man bezüglich diesem Thema im Prometheus vorfindet. „Unser“ Herz hatte außerdem noch einen künstlichen Aortenbogen und eine ebenfalls künstliche Mitralklappe.
Für alle anderen Organen hatte man im Nachhinein weniger Zeit und dies ist auch zum Lernen eher ein Nachteil, also hier meine Bitte an euch: Setzt euch vor allem bei diesem Abschnitt früher an die anderen Organe, da es echt von der Zeit her knapp werden kann und man auch nicht einfach sein eigenes Präparationsgebiet als Testatthema bekommen muss(variiert je nach Prüfer). Das Gegenteil ist eher der Fall.
Das Herz ist hier mit dem vielen funktionellen und vor allem klinischen Wissen das anspruchsvollste Gebiet. Es hat aber auch genug zu zeigen. Die Lunge ist - allein wegen seiner Struktur - ein einfach zu bewältigendes Thema. Und auch die Strukturen sind hier sehr einfach, sodass man sich alles ziemlich gut herleiten kann. Man muss aber aufpassen, dass man beim Oberbauchpaket nicht aus lauter Detailverliebtheit den Überblick verliert. Bei uns wurde es so präpariert, dass man die Milz, die Leber, die Gallenblase und den Pankreas als über Leitungsbahnen verbundene ganze Struktur vorfand. Hier gilt als erstes: Einen guten Überblick verschaffen indem man sich einprägt, wie die Organe im Normalfall zu liegen haben. Dann einen guten Startpunkt bei den sie verbindenden Leitungsbahnen finden und die Strukturen benennen und verfolgen und sobald man am Organ angelangt ist, alle Fakten dazu und natürlich den klinischen Anteil. Kleinere Organe wie Milz und auch Niere sowie Nebenniere sind zwar leicht abgearbeitet, sollten aber bitte nicht vernachlässigt werden.
Wo ich gerade die Niere erwähne: Auch hier hat man weiterhin spannende Beiträge der Professoren, die uns dann die ein oder andere Besonderheit zeigten. Es gab an einigen Tischen ausgeartete Nieren, die doch sehr unterschiedlich waren. Auch bei unserem Körperspender fanden wir eine relativ kleine. Für mich war es eine der wenigen Momente, wo ich wirklich ekel empfunden habe, besonders nachdem ich sehen durfte wie der Dozent mit dem Finger da reindrückte.

3. Abschnitt - am meisten gefürchtet

Der letzte Abschnitt beinhaltet den Beckensitus, die obere sowie die untere Extremität. Ich finde, dass man sich hier kaum darüber streiten kann, was mehr oder weniger spannend sei, da alle Bereiche auch hier ihre eigenen Höhe- und Tiefpunkte besitzen(was das Präparieren angeht).
Der Beckensitus enthält Themen wie die allgemeine Aufteilung des Beckens mit Peritonealverhältnissen, Harnblase, Urethra, Anorektum, Beckenboden(-Muskulatur) sowie die jeweiligen inneren Geschlechtsorgane für Mann und Frau. Alle Themen enthalten einen überschaubaren klinischen Anteil. Jedoch wurde uns am Anfang ziemlich viel Angst gemacht, dies sei der schlimmste Teil. So schlimm war es dann zeittechnisch gar nicht. Für die Extremitäten lohnt es sich genau an der Ordnung der Lernziele für beide Extremitäten zum Erstellen seiner eigenen Notizen/zum Lernen zu orientieren , da in dieser Reihenfolge - also von proximal nach distal - der gesamte Aufbau viel mehr Sinn macht. Auch im Prometheus findet man dazu die Einteilung und Benennung in die einzelnen Gruppen. Diese Einteilung ist eine prima Hilfestellung um es genau auf dieselbe Weise vorzutragen, falls eine der Extremitäten zum Thema des letzten Testats werden sollte. Nerven, Arterien und Venen sind hier weniger das Problem, vielmehr schüchtert einen die Anzahl an Nerven erstmal ein - aber keine Sorge, es ist definitiv machbar.

Alles in allem eine sehr interessante und mit vielen schönen, teils auch makaberen Momenten bereicherte Erfahrung meiner Studienzeit, auf die ich mit einem Lächeln zurückblicken kann. Es ist anstrengend(manchmal fehlt einem der Platz um richtig präparieren zu können, manchmal will man nicht vorankommen oder hat wirklich etwas durchgeschnitten oder zerstört)und manchmal ist die Zeit zu knapp, aber lohnen tut es sich auf jeden Fall! Setzt euch nur früher als geplant an die Präparate(um möglichst dem fast schon vorprogrammierten Stress zu entgehen) und lernt auch mit wenigem Halbwissen, denn wenn man in der Lerngruppe(hier äußerst empfehlenswert!) alles mehrmals hört und vorträgt ist das schon - unglaublich aber wahr - wirklich die halbe Miete!

An dieser Stelle noch ein kleiner letzter Hinweis: Es findet jedes Jahr eine Gedenkfeier für die Körperspender statt und ich würde euch bitten daran teilzunehmen. Ihr habt damit noch einmal eine letze Möglichkeit, eure Dankbarkeit dem Körperspender gegenüber für diese einzigartige Möglichkeit zum Ausdruck bringen könnt. Man muss sich einmal selbst vor Augen führen und überlegen, wie ein Mensch dazu bereit sein kann, diese ganzen Präparationen an seinem Körper zu erlauben. Ich persönlich halte es keinesfalls für eine einfache Entscheidung. Ich habe vor Beginn durch reinen Zufall und dank meiner Mediziner-Tasche eine Dame kennengelernt, die sich als Körperspenderin an unser Uni eingetragen hatte. Es war sehr interessant mit ihr ein kurzes aber sehr lehrreiches Gespräch zu führen. Es hat meinen Respekt für diese Menschen nur noch mehr verstärkt. Sie geben ihren Körper hin,damit wir an ihm erste Erfahrungen sammeln dürfen und unser Wissenshorizont erweitern können. Deshalb sehe ich es wirklich fast schon als eine Pflicht an, diese Gedenkfeier zu besuchen. Man zeigt damit auch den Familienangehörigen, dass man schätzt, was der Körperspender ermöglicht hat!
Ich wünsche allen, die das Lesen und denen ein Präpkurs bevorsteht, viel Glück und Erfolg!

LG, Sara M.

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