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Das 1. Semester Medizin an der CAU- Kiel

Zur Stadt

Kiel ist zwar eine relativ kleine Stadt und viel Trubel ist hier nicht zu erwarten, dafür ist es aber genau die Stadt zum Studieren. Alles liegt immer in Reichweite, ob es nun die Entfernungen der einzelnen Gebäude zueinander ist oder die Entfernung der Uni vom Bahnhof oder vom Stadtzentrum. Ob man nun Sport machen möchte oder einkaufen gehen muss, alles ist innerhalb von 15 - 20 Minuten zu erreichen.

Ablauf des 1.Semesters

Im ersten Semester werden die aus der Schulzeit (teilweise) bekannten Fächer Biologie, Chemie und Physik sowie die Fächer Histologie, Anatomie und Medizinische Terminologie behandelt. Der Stundenplan des Semesters ist zwar schon vollgestopft, aber die Termine für die Prüfungen sind so ausgewählt, dass man zwischen ihnen genug Luft hat und es mit rechtzeitiger Vorbereitung durchaus zu schaffen ist. Jedoch besteht in diesem 1.Semester die Schwierigkeit, trotz angegebener Lernziele, die Masse an verschiedensten Informationen aufs Notwendige und vor allem auch Mögliche zu reduzieren.
Lösungsansatz: Von Tag eins an erhält man eine Fülle an Informationen, die exponentiell zu wachsen scheint, sodass (man um dem entgegen zu wirken) von Anfang an fleißig mitschreibt. Es gibt aber einige Aspekte auf die man achten sollte und die man üben sollte, um es stressfreier zu überstehen:
Man muss so paradox es klingt, nur einzelne Stichwörter notieren und
nicht versuchen so schnell alles mögliche aufzuschreiben wie der Professor dies präsentiert (auch wenn der eine oder andere Professor langsamer spricht ist dies nicht zu unterschätzen). Ich habe dazu geneigt, viel zu oft mit den Vorträgen der Professoren Schritt zuhalten, weil ich nichts reduzieren wollte. Dies war ein fataler Fehler, weil man durch die Schnelligkeit teilweise keine wirkliche Struktur ansetzt und wild herum notiert. Dabei kann man dem Professor auch nicht mit voller Aufmerksamkeit folgen um den Gedankengang des Professors nachvollziehen zu können. Leider wird man ja erst im nach hinein schlauer.
Also gilt es, die wichtigsten Stichwörter zu erkennen und möglichst in eine Art Grundgerüst umzusetzen, dem man weitere Informationen hinzufügen kann. Diese Notizen werden somit die Grundlage für das weitere Arbeiten. Sie sind eine Struktur an die man sich gleichzeitig halten kann, wenn man mit den Vorbereitungen für die Prüfungen beginnen möchte.Vor allem in den Fächern der Biologie und Histologie ist dies sehr vorteilhaft. Diese ausgewählten Begriffe werden dann bei der Nachbearbeitung nachgeschlagen, damit man alles zum Verständnis Notwendige sammelt und gleichzeitig auch auf die Struktur achtet, die man aufgegriffen hat, und diese analysiert. Durch dieses Analysieren soll verständlich werden, wie die einzelnen Inhalte im Verhältnis zueinander stehen und wie die Zusammenhänge am besten darzustellen sind. Es ist für das Verständnis und zur Einprägung notwendig. Eine zwar zeitraubende aber viel effizientere Methode, als es meine Technik war.

Histologie

Zum Fach der Histologie sei gesagt, dass es jede Menge Details enthält und besonders hier geraten werden kann, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. In Kiel verfügt man neben Mitschriften und den Büchern (an dieser Stelle kann ich ganz klar das Lehrbuch Histologie von Prof. Lüllmznn-Rauch jedem empfehlen, der sich mit der Histologie auseinandersetzen muss) auch über eine virtuelle Mikroskopie, in der man sich die Präparate nochmal anschauen kann. Man findet neben den Bildern auch die relevanten Inhalte. Die Bilder sind je nach Gewebstyp mit unterschiedlich hoher Anzahl an Details bestückt, weshalb man intensiv mit diesen arbeiten sollte.
Während des Durcharbeiten der Informationen sich wiederholend die Bilder anzuschauen und die Lerninhalte mit den dargestellten Strukturen zu vergleichen. Hier ist nun mal das Erkennen des Präparates und der jeweiligen Gewebsstrukturen mit dem Wissen zwangsläufig verknüpft. Es bietet sich an, die Bilder mit den dazugehörigen Informationen so zu verbinden, dass man beim sehen einer Struktur gleich erkennt, um welchen Gewebstyp es sich handelt und dass man versucht auch hier eine Art Schema entwickelt, wie man vorgeht. Auch wenn die gröbste Einteilung folgendermaßen lauten könnte: Welches Gewebe, welche charakteristischen Strukturen, woran erkennt man sie und welche funktionellen Besonderheiten enthält es(Also was passiert da), so ist es jedem selbst wie er seine für ihn am logischsten geordnetes Schema aufbaut. Wichtig ist, dass man Anhaltspunkte hat, dessen Reihenfolge man sich merkt und die ein Grundgerüst geben.

Anatomie

Was die Anatomie angeht, gehen die Meinungen weit auseinander. Für mich persönlich ist es eines der Fächer, die eines der Hauptgründe für meine Motivation zum Durchhalten darstellt. Der Aufbau und das Innere des menschlichen Körpers sind sehr faszinierende Themen, die natürlich auch durch die Vielfalt, die der Körper in sich beherbergt mit einer unaufhörlich scheinenden Menge an Namen verknüpft sind(im 1.Semester wird längst nicht alles besprochen!).
Im Fach der medizinischen Terminologie, lernt man vieles zur Verwendung der Bezeichnungen. Auch wenn es natürlich empfehlenswert ist, das Große Latinum in der Tasche zu haben, wird das Wissen trotzdem so vermittelt, dass jeder schnell das Prinzip versteht und es anwenden kann. Es ist ratsam, die Vokabelliste in viele kleine „Happen“ aufzuteilen, damit sie nicht mehr so überwältigend erscheint (Ein Hinweis wäre hier noch erwähnenswert: Ich habe persönlich nur mit der Liste, die uns gegeben wurde, gearbeitet, während andere Kommilitonen auf Karteikarten gesetzt haben. Im Nachhinein haben wir uns darüber ausgetauscht und diese Methode mit den Karteikarten hat sich als sehr zeitraubend und ineffektiv erwiesen. Deshalb würde ich jedem empfehlen einfach mit der Liste zu lernen, da dies völlig für die Prüfung(so mal diese wirklich einfach ist) dies ausreicht.
Zurück zur „praktischen“ Anatomie: Es ist ein wirklich unbeschreibliches Gefühl, wenn man nach der Einführung in den Präpariersaal ein Präparat in der Hand halten darf und das Innere betrachten kann, da man hiermit ein erstes Gefühl dafür bekommt, welchen Weg man wirklich eingeschlagen hat. Durchaus kostet es den einen oder anderen mehr oder weniger an Überwindung, diese zu berühren. Man braucht Zeit um mit der Tatsache umgehen zu können, dass dies mal zu einem funktionierenden Körper, einem lebenden Menschen gehört hat. Auch ist es wichtig, dass man es schätzt, dass es diese Menschen gegeben hat, die ihren Körper der Forschung und Lehren der Medizin gewidmet haben und man diesem mit dem notwendigen Maß an Respekt begegnet, auch wenn man nie erfahren wird wer sie waren. An der Uni Kiel gibt es diesbezüglich Veranstaltungen, die zu dieser Thematik (also dass wir mit Leichen arbeiten) viele Informationen bieten.
Was das Lernen der Inhalte der Anatomie angeht, muss jeder darauf achten was für ihn am besten infrage kommt: Ist man eher ein Mensch der gerne praktisch übt, sich so alle Strukturen besser einprägen kann, so sollte man (wie die meisten es auch tun) oft den Präpariersaal aufsuchen und sich alles so oft wie möglich anschauen. Man bildet auch eine Gruppe, in der man üben kann wie man es am besten „präsentieren“ sollte, sich gegenseitig verbessern und auch Tipps und Informationen untereinander austauschen kann. Hier lohnt es sich im Vorfeld schon eine Struktur oder ein System aufzubauen, beispielsweise was man als erstes erwähnt, wie man die einzelnen Strukturen sortiert oder was man aufbauend dazu erzählen kann. Klinische Inhalte (natürlich auf das Wesentliche reduziert) sind ebenfalls Inhalte, die in den Vorlesungen angerissen werden und mit denen man in der mündlichen Prüfung punkten kann.
Wiederum ist es für andere(wie in meinem Fall) durchaus praktisch und prägend gewesen, die Strukturen nach zu zeichnen. Dies hilft enorm den Aufbau zu verstehen und sich alles besser vorzustellen und demnach auch besser einzuprägen. Hierbei ist es völlig egal wie talentiert oder untalentiert man nun im Zeichnen ist. Man muss ja wirklich nur die Grundstrukturen zeichnen, um zu wissen was wo liegt. Es ist nicht allzu zeitintensiv, wie manch einer es sich vorstellen mag. Dafür hält es umso länger. Auch für die Vorlesungen bezüglich der Anatomie kann man genauso vorgehen wie oben beschrieben.

Wichtige Fächer in der Schulzeit

Für die anderen beiden durchaus „beliebten“ Fächer der Naturwissenschaften - Chemie und Physik, würde ich jedem ans Herz legen wollen, sich definitiv vor Beginn des Studiums, zumindest die Unterlagen aus Schulzeiten anzugucken (falls es noch relativ frisch sitzt oder man sehr gut darin war) oder auch das Wissen durch Schulbücher zu wiederholen, falls es schon etwas länger her ist. Damit vermeidet man, keinen Anschluss an die Vorlesungen zu finden, wodurch die Nachbereitung dieser Fächer zu einer erheblichen Last werden kann oder man dies soweit hinauszögert, bis man vor den Prüfungen steht und versucht alles auf letzten Druck zu lernen.
Besonders in diesen letzt genannten Fächern, kann man den Bezug zum gewünschten Bezug nur schlecht oder in sehr geringem Maße erkennen. Auch die damit verbundenen Praktika, die eine Voraussetzung für die Zulassung zur abschließenden Prüfung bildet, kann man viel effektiver nutzen, wenn der aus der Schule bekannte Lernstoff revidiert wurde. Ansonsten ist das Bestehen dieser Prüfungen mit einer rechtzeitigen Vorbereitung und jede Menge Nachbereiten verknüpft. Alles in allem, kann ich folgendes zusammenfassen: Man kann sich einigen Stress vorweg-nehmen, wenn man vorzeitig, also vor Beginn des Studiums, mit dem Auffüllen an Wissenslücken in den naturwissenschaftlichen Fächern beginnt und wenn man während des Studiums lernt und darauf achtet, auf effektive Weise das Essentielle zu erkennen und sich nicht überlädt mit einem Wissensberg, den man vor lauter Verzweiflung anhäuft um ja nichts auszulassen.

Natürlich neigt der eine oder andere als wissbegieriger Student des ersten Semesters alles aufzunehmen, aber dies ist zum Scheitern verurteilte Realisierungsversuch einer Utopie.
Also reduziert die Inhalte, strukturiert sie gut, da dies auch das Einprägen der kompliziertesten Inhalte und Schwerpunkt enorm erleichtert und revidiert eure Grundlagen aus der Schulzeit. Jedes noch so kleine erhaltene Detail kann Zeit sparen und gleichzeitig ein Ansatzpunkt für eine neue zu lernende Information sein.

Ich hoffe, meine Informationen und Tipps konnten Euch weiterhelfen und wünsche Euch viel Erfolg!

(sm) (2016)
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