Navigation:
Du befindest dich hier:
› aktuelle Seite

Studiengang Ernährungswissenschaften

Studium der Ernährungswissenschaften
Die Ernährungswissenschaft beschäftigt sich mit der Nahrung und ihrer Auswirkung auf den Menschen

Oder auch Trophologie. Diese hochnaturwissenschaftliche Disziplin beschäftigt sich mit der Ernährung des Menschen als solcher, den Folgen einer mehr oder minder sinnvollen Nahrungsaufnahme, mit den Verdauungsprozessen des Menschen, dessen Stoffwechsel sowie dem Nährstoffbedarf unter den verschiedensten Umständen. Kurzum: in den Ernährungswissenschaften beschäftigt sich der geneigte Student (wobei es nach der prozentualen Geschlechterverteilung im Grunde eher ‚die geneigte Studentin‘ heißen müsste) mit allem, was irgendwie mit Nahrung und deren Auswirkungen zusammenhängt - mit allem außer mit ‚Kochen und Abnehmen‘, wie doch oftmals wenig charmant vermutet wird. Betrachtet man das Studium Der Trophologie jedoch näher, sollte einem auffallen, dass es sich dabei um alles andere als einen netten Zeitvertreib für angehende Hausfrauen handelt, als vielmehr um ein anspruchsvolles, wissenschaftliches Studium. Denn schon anhand der einzelnen

Fächer

sollte man erkennen, dass hierbei Köpfchen gefragt ist. Denn
an allererster und durch das gesamte Studium wichtigster Stelle steht die eine: die Chemie.

Wer also mit Periodensystemen, Reagenzgläsern und Bindungstypen auf dem Kriegsfuß steht, der wird seine Schwierigkeiten haben.

Wobei natürlich auch hierbei anzumerken ist: Übung macht den Meister. Wem es wirklich ernst ist mit den Ernährungswissenschaften, der wird auch das Bisschen anorganische und organische Chemie, die Bio- und Lebensmittelchemie, die Chemie der Naturstoffe und die physikalische Chemie überstehen und vielleicht ja sogar ein bisschen den Spaß daran entdecken, wenn man erst einmal festgestellt hat, dass die trockenen chemischen Reaktionen auf den menschlichen Körper übertragbar und somit eigentlich ganz interessant sind.

Und ein gewisses Interesse an diesem sollte schon vorhanden sein, beschäftigt man sich doch, neben anderen grundlegenden Naturwissenschaften wie Biologie und Physik, des Weiteren auch ausgiebig mit beispielsweise Physiologie, Anatomie oder Histologie. Im Großen und Ganzen werden also alle wichtigen Naturwissenschaften behandelt, die von Nöten sind, um den menschlichen Organismus zu verstehen. Und wer sich an dieser Stelle fragt, wo um alles in der Welt bei der ganzen Sache nun die eigentliche Ernährungswissenschaft bleibt, der sei getröstet: nach einigen Semestern der Grundlagen kommen sie, die Veranstaltungen zur Ernährungsmedizin, zum Energiestoffwechsel oder zur Immunologie. Die wahre Spezialisierung erfolgt jedoch, wie in allen Studiengängen, erst im Masterstudium.

Zugang

Wer sich immer noch nicht hat abschrecken lassen, der darf sich nun mit den Zugangsvoraussetzungen beschäftigen. Und die sind nicht immer ganz leicht zu erfüllen, existiert der Studiengang als solcher doch nur an einigen wenigen deutschsprachigen Hochschulen, was zum Teil zu recht kräftigen NCs oder längeren Wartezeiten führt.
Diesbezüglich sollte man sich rechtzeitig an den jeweiligen Hochschulen informieren, da die Zulassungsbedingungen für die Studienplätze, die eigenständig von den Unis vergeben werden, doch ziemlich unterschiedlich sein können.

Jobs

Alle wollen in die Ernährungsberatung und doch ist dies wahrscheinlich die Sparte, in denen die wenigsten Stellen angeboten werden. Stattdessen ist das klassische Berufsfeld des Ernährungswissenschaftlers das Labor. Ob in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie, in der ernährungswissenschaftlichen oder medizinischen Forschung, das Labor ist der natürliche Lebensraum des Trophologen. Abgesehen davon, für die unter uns, die im weißen Kittel eher unvorteilhaft aussehen und gelegentlich auch gerne mal Tageslicht sehen, bieten sich Möglichkeiten in der Erwachsenenbildung, dem Journalismus oder dem allgemeinen Gesundheitswesen.

Wem das zu wenig ist, der sollte sich eventuell die parallel zur Trophologie existierende Ökotrophologie, die Haushalts- und Ernährungswissenschaft, ansehen. In diesem Studiengang werden zwar ebenso naturwissenschaftliche Grundlagen gelegt wie in der reinen Trophologie, allerdings mit großen Anteilen an beispielsweise BWL, VWL, Personalmanagement oder anderen wirtschaftlichen Disziplinen. Dieses Fach lässt sich an manchen Hochschulen auch als Lehramt für berufliche Schulen studieren.

Und, trotz all dieser Möglichkeiten und obwohl man es im Hinblick auf die Ernährungssituation unserer Welt anders vermuten dürfte, es ist nicht immer ganz einfach, als Ernährungswissenschaftler einen Job zu finden. Es heißt also: ausgiebig Praktika und Arbeitserfahrungen sammeln, schon während dem Studium, um sich den späteren Einstieg ins echte Leben zu erleichtern.

Fazit

Wer sich mit Naturwissenschaften anfreunden kann, bereit ist, doch verhältnismäßig viel Zeit in ein anspruchsvolles und recht lernintensives Studium zu investieren, wer kein Problem mit ausgiebigem Auswendiglernen hat und schon immer mal genau wissen wollte, warum man eigentlich nach einer durchfeierten Nacht so schrecklich Durst hat, der wird in den Ernährungswissenschaften sicherlich gut aufgehoben sein.


Isabell Kohlberger im Februar 2011
Copyright 2005-2017 [uni-pur.de]

Datenschutz