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Studiengang Wirtschaftspsychologie an einer privaten Uni / Bachelor

Abi – was dann? Das ist wohl die Frage, die sich die meisten Abiturienten stellen. Auf der einen Seite denkt man sich, man hätte einen Schritt geschafft, doch auf der anderen Seite ist einem doch bewusst – bzw. wird einem von Eltern, Bekannten, Freunden oder Lehrern bewusst gemacht, dass es erst jetzt richtig losgeht und eine Neuorientierung und in gewisser Weise eine Planung der Zukunft ansteht.

Auch mir wurde die Entscheidung nicht abgenommen und das Einzige was ich wusste war, dass sich mein Weg in die Richtung Wirtschaft schlagen wird. Nach einigen Überlegungen, die einfaches BWL, sowie Tourismus und Medienwirtschaft beinhalteten, entschloss ich mich, in Hamburg Wirtschaftspsychologie zu studieren... und ganz ehrlich, als ich dies tat, hatte ich im Grunde nicht wirklich Ideen, was der Studiengang genau beinhalten würde.
Damit es euch nicht so geht, werde ich im Folgenden versuchen, die wichtigsten Fragen rund um das Studium Wirtschaftspsychologie zu beantworten.

Ich selber habe Wirtschaftspsychologie, wie bereits erwähnt, in Hamburg an der Hochschule Fresenius studiert. Die Hochschule Fresenius ist eine private Uni mit Standorten in Hamburg, Köln, München, Idstein, Wien, Frankfurt und Zwickau, wobei nur die Städte Köln, München, Idstein und Hamburg den Studiengang anbieten

Über die Hochschule und die Kosten

Die Hochschule Fresenius ist eine staatlich
anerkannte private Uni, deren Ziel es insbesondere ist, praxisorientiert die vorgeschriebenen Sachinhalte zu vermitteln. Mit Abschluss der Studienzeit wird ein Bachelor of Arts erreicht. Die Regelstudienzeit umfasst 6 Semester, wobei das letzte Semester insbesondere die Erstellung der Bachelorarbeit beinhaltet.

Aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Private Uni handelt, fallen Studiengebühren an, die nicht vergleichbar mit denen einer staatlichen Uni sind. Für den Studiengang Wirtschaftspsychologie werden 650€ pro Monat verlangt, was bei 36 Monaten Regelstudienzeit eine immense Summe an Kosten mit sich bringt. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle die Vorzüge einer Privaten Uni versuchen aufzuzählen:

Zum Einen kann Grundsätzlich gesagt werden, dass kein Kurs, den man belegt, eine Anzahl von 40 Studierenden überschreitet. Dadurch hat jeder Studierende individuell die Möglichkeit, die meist aus der Wirtschaft stammenden Dozenten mit Fragen zu löchern. Auch kann der Dozent so auf individuelle Wünsche der Studenten eingehen und neben den vorgeschriebenen Inhalten auf gewünschte Themen genauer eingehen. Es wird in jeder Vorlesung stets versucht, einen Praxisbezug herzustellen, was wiederum die meist „trocken“ erscheinenden Theorien verständlicher und interessanter gestalten lässt.
Das ganze System einer Privaten Uni ist tatsächlich sehr verschult und mit Sicherheit auch für nicht jeden geeignet. Für mich war es damals sicherlich die richtige Entscheidung, denn mir wurde vorgeschrieben, wann ich welche Vorlesungen zu besuchen habe (wobei zu sagen ist, dass keine Anwesenheitspflicht besteht), um im 6. Semester alle Scheine zu haben. Damit wurde mir viel eigene Organisation abgenommen und was für mich besonders wichtig war, ein gewisser Druck aufgebaut, das Studium in der Regelstudienzeit durchzuziehen.

Über das Studium und den Studienablauf

Wie bereits erwähnt umfasst die Regelstudienzeit 6 Semester. Zum Ende jedes Semesters werden Klausuren geschrieben, für die man sich im Internet im Rahmen eines gewissen Zeitraums anzumelden hat. Es besteht die Möglichkeit, Klausuren zu schieben und diese zu einem gegebenen 2. Prüfungstermin zu schreiben. Für jede Klausur hat man 3 Versuche, wobei die ersten beiden schriftlich sind und der 3. mündlich.
Die ersten beiden Semester sind dem von der Fresenius angebotenen BWL Studiengang sehr ähnlich. Neben den wirtschaftlichen Vorlesungen wie Mathe Statistik, BWL, VWL, ReWe, Recht etc. hatte ich Wirtschaftspsychologie, Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie.
Sowohl im 2., als auch im 3. Semester gehören Projektarbeiten (im dritten Semester in der Regel mit einem externen Unternehmen zusammen) zu den zu erbringenden Prüfungsleistungen. In diesen Projektarbeiten hat man die Möglichkeit, die erlernten theoretischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden.
Im 3. Semester wird der Schwerpunkt mehr auf den Psychologischen Bereich gelegt, wobei gesagt werden muss, dass bei allen psychologischen Fächern immer ein Bezug zur Wirtschaft versucht wird herzustellen. Bei klinischer Psychologie geht es dann beispielsweise weniger um Psychologie in Kliniken, sondern eher um Krankheitsbilder, die im Arbeitsleben auftreten bzw. mit denen im Arbeitsleben gerechnet werden kann.
Ab dem 4. Semester werden zwei Schwerpunkte gewählt, die auch im 5. Semester noch belegt werden. Hierbei haben die Studenten die Möglichkeit, entweder zwei Schwerpunkte aus dem Wirtschaftspsychologischen Bereich zu wählen oder einen aus diesem Bereich und einen aus den Bereichen der anderen Studiengänge: BWL und Mediamanagement.
Ich entschied mich für eine Kombination von Marketing (BWL) und Organisationsmanagement. Letzteres war aus dem psychologischen Bereich und beschäftigte sich hauptsächlich mit Organisationsentwicklung, Change Management, Organisationsdiagnostik und Organisationsberatung. Weitere Möglichkeiten für Wirtschaftspsychologische Schwerpunkte waren: Markt- Werbe- und Medienpsychologie und Personalmanagement.
Das 6. Semester besteht neben einem Sprachblock hauptsächlich aus dem Schreiben der Bachelor Arbeit, für die man regulär 8 Wochen Zeit hat. Nach Abschluss dieser wird der Inhalt noch einmal mündlich überprüft, bevor man dann den Bachelor of Arts erhält.

Über die einzelnen Vorlesungsinhalte

Psychologische Vorlesungen

  • Allgemeine Psychologie:
    In dieser Vorlesung geht es hauptsächlich darum, die grundlegenden psychischen Funktionen aller Menschen zu erlernen. Dabei von besonderer Bedeutung: Wahrnehmung, Emotionen, Motivation, Denken, komplexes Problemlösen, Stress etc.
  • Wirtschaftspsychologie I:
    Den Studenten soll das Erleben und Verhalten der Menschen im wirtschaftlichen Kontext vermittelt werden. Dabei umfasst die Wirtschaftspsychologie: die Psychologie gesamtwirtschaftlicher Prozesse, die Markt- und Werbepsychologie, sowie die Arbeits- und Organisationspsychologie. Ziel der Vorlesung ist es den Studenten zunächst einen Einblick in alle verschiedenen Teilgebiete der Wirtschaftspsychologie zu gewähren, auf die in dem Modul Wirtschaftspsychologie II detaillierter eingegangen wird.
  • Wirtschaftspsychologie II:
    Schwerpunkt dieser Vorlesung sind Arbeits- Organisations- und Medienpsychologie. Die Arbeitspsychologie beschäftigt sich mit der Analyse und Optimierung von Bedingungen und Auswirkungen der Arbeit auf die Menschen. In der Vorlesung sollen Instrumente zur Analyse erlernt werden, positive und negative (Burnout) Wirkungen von Arbeit und die Wirkung der Arbeit auf die Persönlichkeit dargestellt werden. Außerdem sind weitere Schwerpunkte: Arbeitsmotivation, -zufriedenheit, Arbeitslosigkeit und –unsicherheit. Bei der Organisationspsychologie geht es insbesondere um das Erleben und Verhalten von Menschen in sozialen Systemen. Inhalte wie Unternehmenskultur und –werte, wichtige Faktoren bei Unternehmenszusammenschlüssen und –übernahmen, Unternehmen und ihre Umwelt im Sinne von Corporate Social Responsibility, Interkulturelle Psychologie, Führung, Gruppen, Teams und Konflikte in Organisationen spielen sind hierbei von Bedeutung. Die Medienpsychologie befasst sich mit den Fragen inwieweit die Medien die Menschen beeinflussen, welche Medien bestimmtes Verhalten der Menschen hervorrufen und wie dies psychologisch zu erklären ist. (Bsp.: Kaufsucht, Cybermobbing, etc.)
  • Pädagogische Psychologie:
    Hierbei wird versucht Informationen über die Gesetzmäßigkeiten des Lehrens und Lernens, sowie über erzieherische und unterrichtliche Einflussmöglichkeiten zu geben. Schwerpunkte der Vorlesung sind: Lernen, Intelligenz, Motivation, Lernmotivation, sowie Gesundheitspsychologie und ein Einblick in die betriebliche Gesundheitsförderung.
  • Klinische Psychologie:
    Neben der Ätiologie also Herkunft psychischer Störungen und den allgemeinen Therapiemöglichkeiten geht es hier hauptsächlich darum einzelne psychische Störungen kennenzulernen und ggf. diagnostizieren zu können (wobei dies nur theoretisch und nicht in der Praxis anzuwenden ist). Zusätzlich wird ein Bezug zur Arbeitswelt hergestellt, der vermittelt, welche Störungen in welchen Berufsfeldern häufig auftreten und wie Vorgesetzte damit umzugehen haben.
  • Sozialpsychologie:
    Sozialpsychologie hat als Gegenstand hauptsächlich das Erleben und Verhalten von Individuen im sozialen Kontext. Dabei geht es in der Vorlesung um die unterschiedlichen wissenschaftlichen Theorien und den Bezug zur Realität des alltäglichen menschlichen Zusammenlebens. Wichtige Themen sind: Kommunikation, Einstellungen, prosoziales Verhalten und Aggressionen, Kooperation und Konflikte
  • Psychologische Diagnostik:
    Diese Vorlesung soll vermitteln, wie Informationen systematisch gesammelt und aufbereitet werden, mit dem Ziel Entscheidungen und daraus resultierend Handlungen zu begründen, zu kontrollieren und zu optimieren Dabei richtet sich das Erkenntnisinteresse nicht nur auf Personen, sondern auch auf Gruppen, Institutionen und Situationen
  • Methodenlehre und Evaluation:
    Ziel dieser Vorlesung ist es den Studenten Informationen über die Planung, Durchführung, Analyse und kritische Rezeption empirischer Untersuchungen zu überbringen. Themenbereiche sind: Verhaltensbeobachtung, Fragebogenkonstruktion, Praktische Durchführung von Untersuchungen, Gestaltung von Untersuchungsberichten, sowie ethische Richtlinien der Untersuchungsgestaltungen.
  • Kommunikationspsychologie:
    Mit dem Hintergrund, dass die Kommunikationsfähigkeit von Wirtschaftsteilnehmern unumgänglich ist, sollen hier kommunikationspsychologische Kenntnisse in theoretischer und praktischer Hinsicht betrachtet werden. Inhalte der Vorlesungen sind: Darstellung des Kommunikationsnutzens in Organisationen, Ursprung der Kommunikation, Allgemeine Kommunikationstheorien, individuelle Hintergründe für die Kommunikation, Interpersonelle Kommunikation, Theorie sozialer Systeme

Wirtschaftliche Vorlesungen

  • BWL:
    Den Studenten wird die Bedeutung rationaler Entscheidungen in der Wirtschaft vermittelt. Die darin erkannten Erkenntnisse werden auf das Handeln im Unternehmen übertragen. Auch betriebliche Abläufe und der Aufbau von Unternehmen ist Inhalt dieser Vorlesungen. Inhalte sind zudem: Unternehmensziele, Typologien, Rechtsformen, Verbindungen, Management
  • VWL:
    Einführung in die Volkswirtschaft und Erlernen wichtiger Themenbereiche sowie deren Zusammenhänge. Dabei wird auf einen direkten Bezug zu aktuellen wirtschaftspolitischen Fragestellungen geachtet. Inhalte sind: Wettbewerb, Staat, Umwelt, Effizienz, Gesamtrechnungen, Geldpolitik, Makroökonomie, etc.
  • Statistik
  • Mathe
  • EDV
  • Recht
  • Betriebliches Rechnungswesen
  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • Marketing
  • Kommunikation, Rhetorik und Präsentation
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Personalwirtschaft
  • Wirtschaftsenglisch
  • Controlling
  • Unternehmensstrategie und Businessplanung
  • Aspekte der interkulturellen Unternehmensführung

Über die Aufnahmevoraussetzung und den Bewerbungsablauf:

Die Bewerbung an der Hochschule Fresenius gliedert sich in 3 Schritte.
Zunächst müssen erforderliche Qualifikationen nachgewiesen werden. Dieser Nachweis geschieht durch: das Abitur, eine fachgebundene Hochschulreife, oder eine Fachhochschulreife. Das Abitur berechtigt zum Studium an allen Hochschulen in allen Bundesländern, die Fachgebundene Hochschulreife berechtigt zum Studium in der entsprechenden Fachrichtung und die Fachhochschulreife berechtigt zu einem Studium an einer Fachhochschule.

Das Studium an der Hochschule Fresenius erfordert keinen festgelegten NC. Stattdessen wird ein individueller Bewerbungsprozess darüber entscheiden, ob eine Aufnahme erfolgt, oder nicht.
Nachdem alle Unterlagen eingereicht sind, entscheidet die Zulassungskommission über eine eventuelle Einladung zum Aufnahmetag.
Der Aufnahmetag gibt sowohl potentiellen Studenten, als auch der Hochschule die Möglichkeit sich innerhalb eines vierstündigen Verfahrens besser kennenzulernen. Es werden im Rahmen eines schriftlichen Tests und einer Präsentation kognitive Fähigkeiten, Allgemeinbildung, komplexes Problemlösen und Team- und Präsentationsfähigkeiten getestet und im Anschluss ausgewertet. Danach entscheidet die Hochschule über eine eventuelle Zulassung, die postalisch übermittelt wird.

Die persönliche Erfahrung, die ich bei dem Aufnahmetag gemacht habe, war durchaus positiv. Natürlich ist man in so einer Situation etwas angespannt, doch die Atmosphäre war recht entspannt und der Tag hat einem tatsächlich die Möglichkeit gegeben, die Uni etwas besser kennenzulernen. Insbesondere aufgrund der hohen Kosten war dies für mich sehr wichtig, denn erst so konnte ich mcih überzeugen lassen, dass diese gut investiert sind.

Solltet ihr also Interesse an Wirtschaftspsychologie haben, oder auch wirklich daran dies an der Hochschule Fresenius zu studieren würde ich euch auf jeden Fall empfehlen, eventuell an einem angebotenen „Schnuppertag“ teilzunehmen. Dieser gibt euch die Möglichkeit zu sehen, ob eine Private Uni wirklich was für euch ist, oder es doch zu verschult für euch ist.

(mv) Mai 2011

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