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Medizin an der Uni Leipzig studieren

Medikamente bei einer Erkältung
Eine simple Erkältung ist einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch

Der große Berufswunsch: Arzt

Soweit ich mich zurückerinnern kann, hatte ich immer nur den einen Berufswunsch. Ich wollte Ärztin werden. Da sich bis heute nichts daran geändert hat, studiere ich, nun mittlerweile im 6. Semester, Medizin.
Die meisten Medizinstudenten, die ich kenne, mich eingeschlossen, sind voller Ideale. Wir wollen Menschen heilen, Leben retten und Schmerzen lindern. Leute, die behaupten, sie studieren nur Medizin, weil sie später viel Geld verdienen wollen, sind eher selten. Wem es wirklich nur ums große Geld geht, der wählt wohl, vor allem in der heutigen Zeit, einen anderen Berufsweg. Meiner Meinung nach ist es ein hartes, aber auch sehr interessantes und schönes Studium. Trotzdem sollte man vielleicht das ein oder andere über diesen Studiengang wissen, bevor man sich dazu entschließt. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, diesen Artikel mit meinen persönlichen Erfahrungen zu schreiben. Vielleicht kann ich damit anderen, die überlegen, ob Medizin denn nun was für sie ist oder doch nicht, ein wenig bei der Entscheidungsfindung
helfen.

Wie bewerbe ich mich für Medizin?

Wie ihr ja bestimmt schon wisst, gibt’s bei Medizin eine Zulassungsbeschränkung und es besteht die Voraussetzung, einen bestimmten Numerus Clausus zu haben. Als ich 2003 hier in Leipzig begonnen habe, lag der bei 1,6, das ändert sich aber ja sowieso von Jahr zu Jahr und ist auch zwischen den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich. An der Uni Leipzig gibt es 2 Möglichkeiten, um an einen Studienplatz zu kommen.

Über die ZVS

Zunächst bewirbt man sich bei der ZVS (Zentrale Vergabestelle / hochschulstart.de). Nähere Infos zur Bewerbung über die ZVS erhaltet ihr in unserem Artikel Bewerbung über die ZVS / hochschulstart.de.
Wird man abgelehnt, kann man das Glück haben, so wie ich, zu einem Auswahlgespräch direkt von der Uni eingeladen zu werden. So bekam ich meinen Studienplatz, obwohl ich nicht mit einem 1,6 er Abi dienen konnte.
Über das Auswahlgespräch hat die Uni Leipzig die Möglichkeit, ein knappes drittel ihrer Neuanfänger selbst auszusuchen. (Sicherlich gibt’s die Möglichkeit auch an anderen Unis, da müsstet ihr dann einfach mal direkt anfragen).

Über ein Auswahlgespräch

Das Gespräch an sich verlief bei mir ganz locker. Anhand eines kleinen persönlichen Fragebogens (mit Hobbys, ersten medizinischen Erfahrungen usw.) konnte man sich schon etwas auf das bevorstehende Gespräch vorbereiten. Ansonsten geht es wohl hauptsächlich darum, dass die Professoren, von denen das ganze durchgeführt wird, merken, dass es einem sehr wichtig ist mit dem Studium. Irgendwie haben sie wohl gemerkt, wieviel mir das ganze bedeuten würde und eine Woche später hatte ich meine Zusage.

Der Studienverlauf

Im Oktober ging es dann endlich los. Gleich zu Beginn des Studiums merkt man, wie stressig es ist. Der Stundenplan war in unserem ersten Semester sehr voll gepackt. Es begann mit einer Vorlesung um sieben Uhr morgens, um uns wohl schon mal an das zeitige Aufstehen zu gewöhnen und endete zum Teil erst nach 19 Uhr.
Der Wochenplan setzt sich aus Vorlesungen, Seminaren und Praktika zusammen, wobei außer bei den Vorlesungen überall die Anwesenheit Pflicht ist.

Vorklinik

Die ersten zwei Jahre, auch bekannt als die Vorklinik, sind das härteste am Studium. Entweder schon während dieser Zeit oder dann bei der Abschlussprüfung, dem Physikum oder wie es jetzt heißt, dem "ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung", scheitern leider Einige. In der Vorklinik wird selektiert, dass heißt, wer sich nicht auf den Hosenboden setzt und paukt, wird über kurz oder lang dafür bestraft.
Neben einigen kleinen Fächern (Biologie, Chemie, Physik und Psychologie), sind die Fächer Anatomie, Physiologie und Biochemie die Hauptpfeiler der Vorklinik. Besondere Vorkenntnisse, gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern sind zwar gut, aber nicht zwingend erforderlich.
Bei uns in Leipzig stand das komplette erste Studienjahr ganz im Zeichen der Anatomie. Die Lehrveranstaltungen begannen im ersten Semester mit dem allgemeinen Teilen und setzten sich dann im zweiten Semester mit spezieller Anatomie fort.
Im Zweiten Semester stand der "Präparierkurs" auf dem Programm. Das kennt ja bestimmt jeder aus dem Film Anatomie.
Unter fachmännischer Anleitung durften wir Studenten an Leichen lernen. Hier hat jeder ein bestimmtes Gebiet an der Leiche, das er bearbeiten (präparieren) muss. Alle zwei bis drei Wochen wurden wir dann an den Leichen zu einem bestimmten Themengebiet geprüft. Vor den Testaten waren wir alle immer sehr angespannt. Das lag zum Einen an dem sehr unangenehmen Geruch im Präpariersaal (der einem am Prüfungstag immer als besonders stechend auffiel), zum anderen war es natürlich auch die Angst, auf die Frage des Anatomen nicht antworten zu können und durchzufallen - und das auch noch vor der ganzen Seminargruppe. Zudem kursierten ja in Studentenkreisen über den einen oder anderen Prüfer Schauermärchen, so dass man bereits vorbelastet war. Trotzdem, auch wenn das jetzt schlimm klingt, es haben alle geschafft, die meisten Prüfer waren sogar mehr als fair zu uns und dann hatte man mit Beginn des zweiten Studienjahres die Anatomie bereits abgeschlossen.

Im Zweiten Studienjahr dominieren dann zwei weitere Hauptfächer Biochemie und Physiologie. In beiden besucht man neben den Vorlesungen auch noch Praktika und Seminare, in welchen der Vorlesungsstoff systematisiert und angewendet wird. Vor allem die Praktika im Fach Physiologie fand ich sehr spannend. Wir haben da gelernt, wie z. B ein EKG funktioniert und aufgebaut ist, teilweise aber auch schon in ärztliche Untersuchungstechniken (Reflexprüfung, Seh – und Hörtests) Einblick gewonnen.
In Biochemie beleuchtet man den Menschen dann vom Inneren her, lernt alles über den Stoffwechsel, verschiedenste Hormone und die Bestandteile des Blutes. Vor allem durch diese drei großen Fächer sollen die Studenten ihr Grundlagenwissen erhalten.
Der menschliche Körper soll verstanden werden, um später mit Verständnis die richtige Diagnose zu stellen und die geeignete Therapie wählen zu können.

Nach den ersten zwei Jahren folgt dann, sozusagen als Abschluss des Grundstudiums oder der Vorklinik das Physikum. Unter Medizinstudenten wohl die am Meisten gefürchtete Prüfung im gesamten Studium und, wie schon erwähnt, scheitert hier der ein oder andere. Der Schriftliche Teil der Prüfung findet an zwei Tagen statt. In jeweils vier Stunden werden alle Fächer der Vorklinik in Form von MC Fragen (Multiple Choice) abgefragt. Der Schriftlichen folgt dann noch eine mündliche Prüfung, die von Professoren der Universität durchgeführt wird. Von welchem Professor man geprüft wird, entscheidet das Los. Was allerdings geprüft wird steht vorher fest, nämlich die drei großen Eckpfeiler der Vorklinik: Biochemie, Physiologie und Anatomie.

Klink

Hat man diese große Prüfung hinter sich gebracht (wobei jeweils eine vier oder besser erforderlich ist), geht’s los mit der Klinik. Da ich mich gerade im ersten klinischen Jahr (6. Semester) befinde, kann ich auch noch nicht soviel darüber berichten. Neben einigen weiteren Grundlagenfächern, wie Pharmakologie, Mikrobiologie und allgemeiner Pathologie, werden dann ab dem vierten Studienjahr endlich die richtig klinischen Fächer unterrichtet. So was wie Orthopädie, Kinderheilkunde, HNO, Innere Medizin usw.. Im sechsten Studienjahr sind die Studenten dann nicht mehr in der Uni, sondern im Praktischen Jahr (PJ). Das heißt, man arbeitet schon richtig im Krankenhaus und gewinnt interessante Einblicke in den Arztberuf. Die meisten Studenten entscheiden erst während dieser Zeit, in welche Richtung sie dann nach Studienabschluss letztendlich gehen wollen.
Das Studium wird (nach neuer Studienordnung) mit dem "Hammerexamen" abgeschlossen. Das ist aber noch ganz neu, ich glaube, die ersten schreiben diese Prüfung im Frühjahr 2007. Bis jetzt gab es ja immer 1.-3. Staatsexamen, das wurde jetzt in eine Prüfung gepackt. Wie genau das ganze dann abläuft, geschweige denn davon, wie man das ganze Wissen auf einmal parat haben soll, dass weiß noch niemand so genau. Ich habe ja auch zum Glück noch etwas Zeit bis dahin.

Semesterferien und die Paukerei und die Praktika

Was ich noch vergessen hatte zu erwähnen, was aber bis jetzt auch noch nicht so richtig in meinen Bericht gepasst hat, ist die Zeit zwischen den Semestern, die Ferien. Diese, zugegeben teilweise wahnsinnig lange freie Zeit, muss der Medizinstudent auch etwas arbeiten gehen. Keine Angst, es bleiben trotzdem noch lange Sommerferien. Aber für die Semesterferien ist eigentlich immer ein Praktikum vorgesehen. Je nachdem, in welchem Studienabschnitt man sich gerade befindet, ist das entweder ein Pflegepraktikum (in der Vorklinik) oder eine Famulatur (wenn man sich dann schon im klinischen Abschnitt befindet).
Pflegepraktika, von denen man insgesamt 3 Monate absolvieren muss, sollen den Studenten langsam an den Umgang mit Patienten gewöhnen. Man bekommt leichte Aufgaben, wie den Patienten beim Waschen behilflich zu sein, kleine Botengänge zu erledigen oder die Vitalfunktionen überprüfen (Puls, Temperatur) sowie Blutdruck messen. Um einen Platz für solch ein Praktikum zu bekommen, ist es nicht zwingend notwendig, bereits Medizin zu studieren. Viele absolvieren bereits vor Studienbeginn einen Teil oder sogar das komplette Praktikum. Teilweise, um die Zeit des Wartens zu überbrücken, teilweise aber auch, um erstmal in den Krankenhausalltag hineinschnuppern zu können. Drei Monate absolviertes Praktikum ist übrigens ebenfalls, neben bestandenen Klausuren und Prüfungen, Voraussetzung zur Physikumszulassung.
Bei der Famulatur (4 Monate müssen insgesamt absolviert werden) sieht das dann schon etwas anders aus. Hier ist ein bestandenes Physikum Voraussetzung. Der Patientenkontakt verändert sich. Jetzt sind es die Ärzte, von denen man lernt. Blutabnehmen, Patienten aufnehmen und untersuchen, eventuell auch bei OPs assistieren, all das steht dann auf dem Programm. Man kann sich als Famulant schon besser ausmalen, wie der spätere ärztliche Beruf einmal sein könnte. Im Pflegepraktikum sieht man die Ärzte nämlich nicht allzu oft.

Keine Angst - die Strapazen werden belohnt

Das Studium macht wirklich viel Freude, auch wenn das Lernen, eine Menge Freizeit in Anspruch nimmt. Aber es lohnt sich auf jeden Fall durchzuhalten. Und spätestens in der Klinik, wenn man dann mit richtigen Patienten zu tun hat und merkt, dass man ihnen helfen kann, wird man für all die Strapazen belohnt.
Ich würde auf jeden Fall, falls ich mich noch einmal entscheiden müsste, wieder den gleichen Weg einschlagen und mich für die Medizin entscheiden.

Über Leipzig

Du interessierst dich für das Medizinstudium in Leipzig? Hier gibt es nähere Informationen.
Grit Orschekowski

Grit Orschekowski studiert Humanmedizin im 6. Semester in Leipzig.

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