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Themenrelevante Artikel: Lehramtstudiengang Förderschulen an der Uni Landau

Das Lehramtstudium

Ich möchte euch in diesem Text etwas über das Lehramtsstudium erzählen, was ich seit diesem Semester (SS 06) in Frankfurt/Main studiere. Auch ich habe mich nicht gleich dazu entschlossen, auf Lehramt zu studieren und war mir immer etwas unsicher, ob das wirklich das Richtige für mich ist. Ich kenne also die Situation, wenn man nach dem Abi nicht so genau weiß, was man wirklich machen will. Deswegen hoffe ich, dass ich euch hiermit bei eurer Entscheidung für gegen den Beruf des Lehrers ein wenig helfen kann, denn man sollte sich wirklich klar darüber werden, ob dieser Beruf richtig für einen ist. Zunächst einmal ein paar allgemeine Informationen zum Studium

Das Lehramtsstudium ist gegliedert in vier Bereiche:
  • L1 (Grundschule)
  • L2 (Haupt-und Realschule)
  • L3 (Gymnasium)
  • L5 (Förderschule)
Je nach Studiengang ändert sich auch die Regelstudienzeit. Für L3 und L5 beträgt sie neun Semester, für L2 und L1 sieben Semester.

Ich studiere die Fächer Englisch und Biologie auf Lehramt (L3) im 1. Semester an der Johann-Wolfgang-Goethe Uni in Frankfurt/M. Bereits in der kurzen Zeit habe ich den Studiengang als sehr abwechslungsreich kennengelernt. Im Grundstudium hat man neben seinen zwei bis drei Fächern (Grundschullehrämtler müssen 3 Fächer wählen, darunter Mathe und Deutsch!) auch diverse Veranstaltungen in den sogenannten Grundwissenschaften.
Hierzu zählen z.B. Erziehungswissenschaften, Soziologie, Politologie sowie Pädagogische Psychologie.

In Frankfurt gibt es seit kurzem das modularisierte System, d.h. eine neue Studienordnung. Das Studium ist in Module eingeteilt, für jedes bestandene Modul gibt es Credit Points (CP). Am Ende eines Moduls findet die Modulprüfung statt, dies kann in Form einer Hausarbeit, Klausur oder einer mündlichen Prüfung stattfinden.

Vor Studienbeginn muss seit neuestem ein Orientierungspraktikum absolviert werden. Es kann sowohl in einer Schule als auch in einer anderen pädagogischen Einrichtung stattfinden (z.B. in einem Kindergarten, Jugendarbeit in der Kirche o.Ä). Innerhalb der Regelstudienzeit muss neben den schulpraktischen Studien (Schulpraktika) auch ein Betriebspraktikum absolviert werden. Dieses darf in keiner pädagogischen Einrichtung stattfinden. Es soll den Studenten einen Einblick in das Berufsleben außerhalb des pädagogischen Berufes verschaffen.

Es findet studienbegleitend eine Zwischenprüfung statt, welche aber keine extra Prüfung ist, sondern es wird lediglich eine Bilanz der bis dahin erreichten CP´s gezogen.

Am Ende des Studiums findet das 1.Staatsexamen statt. Hat man diese Prüfung bestanden, wird man in das Referendariat entlassen, das außerhalb der Uni an einer Schule stattfindet.
Nach einem Jahr folgt dann das 2.Staatsexamen an der Schule. Ab diesem Zeitpunkt ist man kein Referendar mehr, sondern Lehrer.

Der NC

Für einige Fächer gibt es einen NC, andere sind zulassungsfrei. Das hängt immer von der Zahl der Bewerber ab und kann von Semester zu Semester unterschiedlich sein. Außerdem ist zu bedenken, dass nicht alle Fächerkombinationen an jeder Uni möglich sind.

Soviel zunächst zum groben Ablauf des Lehramtsstudiums. Ich persönlich habe mich dazu entschlossen auf Lehramt zu studieren, da ich gerne mit Kindern verschiedener Altersgruppen arbeite.
Außerdem wollte ich unbedingt Biologie studieren und später nicht nur im Labor stehen. Von daher war es für mich sehr sinnvoll, Biologie und Englisch auf Lehramt zu studieren. Durch das Orientierungspraktikum, in dem man auch die Chance erhält einmal selbst zu unterrichten, kann jeder für sich selbst noch einmal (vor Studienbeginn!) herausfinden, ob der Beruf des Lehrers/der Lehrerin wirklich das Richtige ist. Ich finde es sehr wichtig, dass man diesen Beruf auch aus Überzeugung ausüben möchte und nicht nur, weil einem "nichts Besseres einfällt" oder weil man sich auf die vielen Ferien und den angeblich lockeren Arbeitstag freut. Denn auch der Lehrerberuf ist sehr stressig und man muss neben dem Unterricht in der Schule auch noch sehr viel zu Hause arbeiten: vor-und nachbereiten, teilweise auch bis spätabends.

Wenn man dazu bereit ist, gut mit Kindern/Jugendlichen umgehen kann und kein Problem damit hat, vor 30 Leuten frei zu sprechen, ist man sicher geeignet für den Beruf des Lehrers. Natürlich sollte man auch ein gewisses Sprachniveau mitbringen. Für das Grundschulstudium sollte man dazu noch über ausreichende Mathekenntnisse verfügen. Für einige Fächer gibt es Zulassungstests (z.B. Sprachtests für Englisch, Sporttests etc.).

Wo kann ich auf Lehramt studieren

Auf Lehramt kann man an sehr vielen, allerdings nicht an allen Universitäten in Deutschland, studieren. Genauere Infos bekommt ihr auf den Seiten der Unis selbst. (Baden-Württemberg ist inzwischen das einzige Bundesland, in dem es noch PH´s (Pädagogische Hochschulen) gibt. An so einer Hochschule werden ausschließlich Lehrer/Lehrerinnen ausgebildet.)

Die Bewerbung um einen Studienplatz

Für ein Lehramtstudium müsst ihr euch direkt bei der jeweiligen Uni bewerben. Bei den meisten Unis gibt es dafür ein Online-Verfahren in der Bewerbungszeit. Informationen zu den Bewerbungen und zu den Zulassungsvoraussetzungen stehen auf den Homepages der Unis.

Ich kann das Lehramtsstudium sehr empfehlen, wenn man die oben genannten Vorraussetzungen mitbringt, denn es ist ein wirklich interessantes und abwechslungsreiches Studium, da es eben nicht nur an der Uni stattfindet sondern, auch sehr praxisbezogen ist.

Nita Purohit

Nita Purohit studiert Lehramt an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt/M.
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