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Themenrelevante Artikel: Das Lehramtstudium

Lehramtsstudiengang Förderschulen an der Uni Landau

Einführung

Hilfe! Ich bin ein Erstsemester!

An einem Tag im April und an einem Tag im Oktober sieht man auf dem Campus Landau eine große Menge junger, aufgeregter Menschen. Und keiner weiß genau, wohin er muss, was nun passiert und vor allem wie das Studium genau aussieht.
Welche Fächer muss ich für meinen Studiengang belegen? Wie viele Leistungsscheine brauche ich? Zwischenprüfung, wann kann ich die machen? Semesterwochenstunden (SWS), was ist denn bitte das?
Fragen, die alle "Erstis" beschäftigen und auf die nun hier in diesem Artikel eingegangen werden soll.

Grundlegende Fragen und Antworten

Zunächst einmal, was sind Semesterwochenstunden? Das sind die Vorlesungen oder Seminare, die man in einem Semester belegt. Ich zeige das kurz an einem Beispiel. Du belegst im 1. Semester die Veranstaltung "Mathematikunterricht der Grundschule". Diese Vorlesung findet immer am Dienstag jeder Woche statt und dauert 90 Minuten (2 Stunden). Das heißt, wenn du diese Veranstaltung regelmäßig das gesamte Semester über besuchst (man darf bis zu zwei Mal fehlen), dann hast du 2 SWS studiert. Man braucht eine gewisse Anzahl Semesterwochenstunden, um zur Zwischenprüfung zugelassen zu werden. Wie viele du genau für diesen Studiengang brauchst, erkläre ich später.
Es gibt Vorlesungen, bei denen der/die Professor/in oder Dozent/in dir Vorträge
zum Thema halten. Meistens schreibt man bei Vorlesungen Klausuren oder Hausarbeiten (ähnlich wie Seminararbeiten aus der Oberstufe). Seminare fallen meistens unter die Teilnehmerbegrenzung, es werden oft Referate gehalten, also muss der/die Student/in mitarbeiten. Ähnlich ist das auch bei Übungen und Praktika, wo man meist auch Experimente durchführt und praktische Sachen macht. Und zu guter Letzt gibt es Proseminare, die man belegen muss, um zu anderen Seminaren (Hauptseminaren), in denen man dann häufig die geforderten Leistungsscheine macht, zugelassen zu werden. Für all diese Veranstaltungen bekommst du eine gewisse Anzahl von Semesterwochenstunden, je nach dem wie lang die Veranstaltungen andauern.

Voraussetzungen, Möglichkeiten und Ablauf des Studiums

Wie sieht so ein Lehramtsstudium für Förderschulen denn nun genau aus? Was mache ich, was brauche ich, um meine Examensprüfung durchführen zu können? Und welche Hilfe gibt mir die Uni Landau dabei? Wie ist die Uni Landau eigentlich?

Die Universität Landau bietet drei verschiedene Lehramtstudiengänge an, für Realschule, Grund- und Hauptschule und für Förderschulen. Zusätzlich kann man dort Pädagogik auf Diplom oder Umweltwissenschaften studieren. Hauptsächlich konzentriert sich diese Uni jedoch auf die angehenden Lehrer und Lehrerinnen. Die meisten Veranstaltungen sind praktisch orientiert, auf den späteren Unterricht bezogen. Es werden verschiedene Praktika gefordert, die uns angehenden Lehrern und Lehrerinnen einen guten Einblick in die spätere Praxis liefern. Wir lernen, wie die Arbeit an den einzelnen Schulen aussieht und wir bekommen die Möglichkeit, unsere Fähigkeiten im Unterrichten zu erproben.
Der Campus ist sehr übersichtlich, auch wenn es verschiedene Institute in ganz Landau verteilt gibt. Die Dozenten und Professoren sind sehr offen und hilfsbereit, auch wenn es manchmal schwer ist, ihre Sprechzeiten wahrzunehmen, da sie entweder ungünstig liegen oder nur kurz sind. Dafür überziehen sie aber ihre Sprechzeiten oft und schicken selten wartende Studenten weg, weil die Sprechzeit vorüber ist. Die Studenten sind sehr nett und aufgeschlossen, es werden viele gute Partys vom ASTA und der StuPa organisiert, wo man immer wieder neue Leute kennen lernen kann.
Und wenn man Fragen bezüglich des Studiums hat, sind immer die Studenten älteren Semesters in den einzelnen Fachschaften für dich da und helfen gerne, Unklarheiten zu beseitigen.

An der Uni Landau gibt es verschiedene Lehramtsstudiengänge, aufgeteilt nach den einzelnen Schularten, die es in Deutschland gibt.
Ich gehe in diesem Artikel auf meinen Studiengang, Lehramt an Förderschulen, ein. Entscheidest du dich hierfür, studierst du deine ausgewählten Fächer, wie zum Beispiel Deutsch oder Biologie, im Grundstudium und im Hauptstudium deine beiden Fachrichtungen, die entscheiden in welchem förderpädagogischen Bereich du später arbeiten kannst. Fachrichtungen die in Landau angeboten werden, sind: Geistigbehindertenpädagogik (von den Studenten kurz genannt: G), Körperbehindertenpädagogik (K), Sprachbehindertenpädagogik (S), Lernbehindertenpädagogik (L) und Verhaltensbehindertenpädagogik (V).
Man muss entscheiden, welche dieser Fachrichtung die Schwerpunktfachrichtung wird, die man mit 40 SWS belegt und welche die Fachrichtung wird, deren Veranstaltungen mit 20 SWS abgedeckt werden müssen.
Um zu wissen, welche Fachrichtung man wählen will, sollte man ein Praktikum an einer Sonderschule von 4 Wochen (hierbei 2 Wochen in einer Grundschule und 2 Wochen bei Klassen 5-9) vor dem Studium absolvieren, die kann man sich dann gleich als Orientierungspraktikum anrechnen lassen, dass unumgänglich für die darauf folgenden Praktika ist.
Wie auch bei den anderen Lehramtsstudiengängen sind 2 Block- und 2 Fachpraktika erforderlich, um zu den Prüfungen zugelassen zu werden. Im Grundstudium benötigst du das oben schon erwähnte Orientierungspraktikum von 4 Wochen, das man vor dem Beginn des Studiums oder auch danach im 1. und 2. Semester machen kann.
Überdies machst du ein Blockpraktikum von 4 Wochen und ein Fachpraktikum, das semesterbegleitend abläuft und auf die gewählten Fächer ausgerichtet ist. Im Hauptstudium folgen dann noch ein Block- und ein Fachpraktikum. Auf die Praktika und wie sie ablaufen, wirst du gut vorbereitet, denn es gibt zahlreiche "Extraveranstaltungen" hierfür.

Grund- und Hauptsdtudium

Im Studiengang "Lehramt an Förderschulen" kann man entweder als Fach Grundschulpädagogik belegen oder man wählt ein Fach wie Biologie als Hauptfach (20 SWS Grundstudium, 20 SWS Hauptstudium) und zusätzlich 3 fachdidaktische Bereiche (jeweils 8-10 SWS), wie Deutsch, Mathe und bildende Kunst. Hinzu kommen die Erziehungswissenschaften, wie Pädagogik (8 SWS), Allgemeine Didaktik (8 SWS), Psychologie/Soziologie der Behinderten (10 SWS) und Allgemeine Sonderpädagogik (10 SWS). Für die Zwischenprüfung braucht man 2 Leistungsscheine im Hauptfach, 1 Leistungsschein in jedem fachdidaktischen Bereich, einen Schein in Pädagogik und in Allgemeiner Sonderpädagogik. In Psychologie/Soziologie der Behinderten muss man auch einen Leistungsschein erbringen, den man aber auch im Hauptstudium machen kann. Hinzu kommen ein Leistungsschein in dem Fach "Integration von Kindern mit fremder Muttersprache", einem im "Basiskurs II" für Allgemeine Didaktik und zusätzlich einen Leistungsschein im Fach Psychologie: entweder in der Veranstaltung "Testtheorie" oder "Einführung in die Grundlagen der Sonderpädagogischen Diagnostik". Insgesamt sind das 11 Leistungsscheine in 4 Semestern. Danach kann man die Zwischenprüfung ablegen und bei Bestehen ins Hauptstudium wechseln. Hier braucht man auch einen Leistungsschein im Hauptfach und 5 Stück in den Fachrichtungen.
Wählst du aber Grundschulpädagogik als Fach, weil du später Förderklassen von 1 - 4 unterrichten willst, sieht dein Studium wie folgt aus. Man muss dieses Fach mit 40 SWS belegen (Grundstudium 20 SWS, Hauptstudium 20 SWS) und braucht in diesem Bereich zunächst Proseminare, bevor man dann zu den Hauptseminaren, in denen man dann die erforderlichen 2 Leistungsscheine erbringen muss, zugelassen wird. Die 3 Scheine im weiteren Fach kann man im Grundstudium erbringen, braucht sie aber nicht um zur Zwischenprüfung zugelassen zu werden. Zusätzlich zum Fach "Grundschulpädagogik" musst du ein weiteres Fach mit 18 Semesterwochenstunden belegen, in dem du auch 3 Leistungsscheine machen musst. Dies kann im Grund- oder Hauptstudium geschehen. In dem fachdidaktischen Bereich, den man mit 6-8 SWS belegt, braucht man auch erst einen Leistungsschein im Hauptstudium. In den Erziehungswissenschaften sieht es ähnlich wie bei Sonderpädagogik mit Hauptfach aus. In Allgemeiner Didaktik und Pädagogik brauchst du 9 SWS und im letzteren einen Schein in einem Seminar deiner Wahl. 10 SWS musst du jeweils in "Allgemeiner Sonderpädagogik" und "Psychologie und Soziologie der Behinderten" abarbeiten. In Ersterem brauchst du einen Leistungsschein und im Letzteren zwei, von denen wie in meinem Studiengang auch einer in "Testtheorie" oder "Diagnostik" geschrieben werden muss. Hier braucht man auch den Schein für "Integration von Kindern mit fremder Muttersprache". Im Hauptstudium brauchst du, wie im anderen Studiengang auch, 5 Leistungsscheine in deinen zwei Fachrichtungen (auch 60 SWS). Das macht wie im Studiengang mit Hauptfach 16 Leistungsscheine in 9 Semestern.
Ich würde raten, sich im Grundstudium auf die einzelnen Fächer, die man später unterrichtet, und die Erziehungswissenschaften zu konzentrieren. Denn Vorlesungen und Seminare der Fachbereiche im Hauptstudium sind stark gefragt und meistens teilnehmerbegrenzt. Es ist schwer seine Semesterwochenstunden abzuarbeiten. Keine Sorge, du musst nicht alle Leistungsscheine, die du nicht für die Zwischenprüfung brauchst, unbedingt im Grundstudium machen. Aber die Zeit fürs Studieren solltest du auch nicht zu lasch angehen. Denn wenn man die vorgegebene "Regelstudienzeit" (meistens sind das zwei Semester zu den üblichen 9 Semestern hinzu gerechnet) überschreitet, zahlt man Studiengebühren. Und wer will schon 200 Euro zusätzlich zahlen?

Viel Information auf kleinem Raum. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man als Studienanfänger nicht weiter weiß oder zurecht kommt. Hierfür gibt es für jeden Studiengang und für jedes Fach eine Fachschaft, die aus einer Gruppe von Studenten älteren Semesters besteht und euch jeder Zeit helfen und eure Fragen beantworten können. Keine Angst, ihr seid nicht allein! Andere Studenten sind da auch durchgegangen und haben es geschafft. Du schaffst das auch!

Bewerbung

Für ein Lehramtstudium für Förderschulen müsst ihr euch direkt bei der jeweiligen Uni bewerben. Bei den meisten Unis gibt es dafür ein Online-Verfahren in der Bewerbungszeit. Informationen zu den Bewerbungen und zu den Zulassungsvoraussetzungen stehen auf den Homepages der Unis.

Eigene Einschätzung

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich gerne an der Universität Landau studiere, dass ich mich sehr wohl und gut aufgenommen fühle und ich jeden Tag mehr darin bestätigt werde, dass was ich hier mache, genau das richtige ist, und dass was ich studiere, genau das ist, was ich später beruflich erreichen will.


Geschrieben von Beatrice Müller
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