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Studiengang Psychologie an der Uni Hamburg

Kopf von hinten
Während des Studiums lernt ihr, in die Köpfe der Menschen zu sehen...

"Hey, ich bin Daniela, ich bin Psychologiestudentin."

"Oh Gott, dann wirst Du jetzt wahrscheinlich jedes Wort analysieren, was ich sage...da muss ich ja vorsichtig sein.."

oder "Dann bist Du auch eine von denen, die glauben, sich selbst damit helfen zu können?"

Ja, solche Reaktionen habe ich schon manchmal bekommen, wenn ich jemandem von meinem Studiengang erzählt habe, aber natürlich gibt es auch andere Menschen, die sehr interessiert nachfragen.
Ich selbst, die Psychologie jetzt im 7. Semester in Hamburg studiere, wundere mich ein bisschen über diese kritischen Reaktionen. Viele Menschen denken, die Psychologie befasst sich nur mit psychischen Erkrankungen, Geisteskranken, aber die Psychopathie ist in Wirklichkeit nur ein kleiner Teilbereich dessen, was ich in meinem Studium lerne.
Wenn man an Psychologen denkt, dann verbinden die meisten damit Therapeuten oder Psychiater, dazu braucht man übrigens noch eine Therapeutenausbildung obendrauf auf das Studium.
Viele Psychologen arbeiten in der Arbeits- und Organisationspsychologie
in Unternehmen oder in der Beratung oder Betreuung etc.

Auch in der Forschung kann man mit dem Psychologiestudium arbeiten, was mich selbst sehr interessieren würde. Da die Psychologie eine eher junge Wissenschaft ist, im Vergleich zur Mathematik oder Physik, sind auch die Literatur und die bekannten, tragenden Wissenschaftler noch nicht alt oder lange tot. Dadurch kann man, wenn es einen interessiert, aktiv in der Forschung mitarbeiten.
Viele Leute sagen, dass besonders das wissenschaftliche Arbeiten eine Fertigkeit ist, die einen heute nach dem Abschluss eines Psychologiestudiums auszeichnet.
Aber ich denke, ich fange für alle, die sich für den Studiengang Psychologie interessieren, mal ganz von vorne an.

Bewerbung, Ort und Abschlüsse

Die Studienplätze für ein Psychologiestudium (Abschluss Diplom) werden über das klassische ZVS-Verfahren vergeben. Ihr müsste euch also direkt bei der ZVS bewerben. Mehr Infos zum Ablauf des klassischen ZVS-Vergabesystem findet ihr in unserem Text über die ZVS. Die Studienplätze für einen Studienplatz mit einem Bachelor-Abschluss an den Unis Darmstadt, Erlangen-Nürnberg, Koblenz-Landau, Mainz, Regensburg und Würzburg werden über das Serviceverfahren der ZVS vergeben. Mehr Infos zum Ablauf des Serviceverfahrens findet ihr in unserem Text über die ZVS.

Psychologie kann man an sehr vielen Universitäten studieren. Im letzten Jahr kamen in verschiedenen Zeitschriften Rankings raus, denen Zufolge die Qualität der Psychologieausbildung in Konstanz, Freiburg, München und Heidelberg besonders gut sein soll. Ich persönlich denke, dass im Moment sehr vieles im Wandel ist, da nun ja bald Studiengebühren bezahlt werden müssen. Die Qualität der Universitäten ändert sich fortlaufend und hinzu kommt, dass jede Uni ihre Schwerpunkte und Bereiche hat, auf die besonders Wert gelegt wird und die mehr gefördert werden.Deswegen ist es meiner Meinung nach von deinem Interesse abhängig, welcher Studienort am besten geeignet ist.

Studienverlauf und grobe Inhalte

Wie der Studienverlauf deutschlandweit im Detail gehandhabt wird, kann ich leider nicht sagen, ich denke aber, dass es wohl überall ähnlich abläuft wie in Hamburg.
Bei uns wird das Studium ins 2 Abschnitte, Grund- und Hauptstudium, unterteilt.
Das Grundstudium (in der Regel 3 bis 4 Semester), in dem wir Basiswissen und allgemeine Grundlagen lernen, besteht aus Methodenfächern wie Statistik und Datenerhebungsverfahren, Anwendungsfächern und praktischen Anteilen.

Die Anwendungsfächer beziehen sich auf:
  • Sozialpsychologie,
  • Biopsychologie,
  • Allgemeine Psychologie 1 und 2,
  • Entwicklungspsychologie und
  • Differentielle Psychologie.
Zum Praktischen Teil gehört ein 6-wöchiges Praktikum außerhalb der Universität, 20 Versuchspersonen und Versuchsleiterstunden, bei denen man an Untersuchungen und Experimenten der Forschung teilnimmt, um eigene Erfahrungen als Proband und Versuchsleiter zu sammeln und letztendlich ein empirisches Praktikum, welches 2 Semester dauert und beinhaltet, dass man sich in 2er oder 3er Gruppen ein eigenes Forschungsprojekt überlegt, es plant, durchführt, auswertet, interpretiert, einen Forschungsbericht dazu schreibt und dann im Seminar vorstellt.
Abgeschlossen wird das Grundstudium mit dem Vordiplom, für das man 7 Prüfungen absolviert. Die Prüfungen zu den 6 Anwendungsfächern und Statistik finden Anfang der Semesterferien statt und können in zwei Staffeln aufgeteilt werden.

Das Hauptstudium kann man auch noch mal einteilen in die
  • 3 Anwendungsfächer: Klinische, Pädagogische und Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie
  • Diagnostik und Evaluation
  • Forschungsmethoden
  • Interventionsmethoden
  • 1 Grundlagenvertiefungsfach: Entweder Kognitive Neurowissenschaften oder Soziale Systeme (ist aber sicherlich bei anderen Unis anders)
  • ein Nebenfach nach Wahl
  • ein 6 monatiges Betriebspraktikum
  • die Diplomarbeit
Abschließen kann man Psychologie zurzeit mit einem Diplom, es soll jetzt aber nach und nach wegen neuer EU-Verordnungen das Bachelor und Mastersystem eingeführt werden.
Ja, das war jetzt für die meisten von Euch wahrscheinlich etwas zu viel gelabert... ;-) Ach ja, was ich fast vergessen hätte: Regelstudienzeit liegt zwischen 10 und 11 Semestern, glaube ich, aber wer hält sich schon an Regeln...

Vorraussetzungen und Hürden

Fragst Du Dich, ob Psychologie das richtige für dich ist? Ich scheue mich etwas, global Aussagen zu machen, was man für Vorraussetzungen braucht, um für den Studiengang geeignet zu sein oder was für Vorlieben man mitbringen sollte, denn so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Therapieschulen, Vorgehensweisen und Theorien.
Wie schon gesagt, es gibt einen NC. Vielleicht wäre noch wichtig zu sagen, dass Statistik einen relativ großen Raum im Studium einnimmt und spätestens ab dem Hauptstudium viele Texte auf Englisch gelesen werden. Ja, Englisch, Lesen und Mathe sollten keine Phobien bei einem auslösen.
Aber bitte nicht abschrecken lassen! Ich selbst war nie gut in Mathe und hatte keine Probleme in Statistik, es hat vielleicht bei mir etwas länger damit gedauert als bei anderen, aber man bekommt echt jede Menge Unterstützung durch Tutorien und nette Dozenten.
Ins "Englischlesen" kommt man schnell rein...wenn man dran bleibt, braucht es nur etwas Übung.
Ja, das wären die persönlichen Vorraussetzungen, sozusagen. Nun zu der anderen Art von Hürden:
Es kann sein, dass an der Uni, an der Du studieren wirst, ein großer Andrang an Psychostudenten herrscht und es deswegen Teilnehmerbeschränkungen in den Seminaren gibt. Bei uns in Hamburg wurde das vor einiger Zeit auch eingeführt. Früher konnte man einfach zu Semesterbeginn in die Seminare gehen, heute müssen wir uns ziemlich früh im Internet anmelden, um einen Platz zu bekommen. Die Plätze werden dann unter allen Anmeldungen verlost. Tja, und bis jetzt gab es irgendwie immer Probleme, weil manche wirklich kaum Seminare abbekommen haben und das wirkt sich dann ja auf die Studiendauer aus...was teuer werden kann, wenn tatsächlich Studiengebühren eingeführt werden. Ist wohl in Hamburg leider zu erwarten....
Ja, aber es findet sich immer eine Möglichkeit.

Eigene Erfahrungen

Ich selbst habe angefangen, Psychologie zu studieren, weil ich meinen Traum, Musik zu studieren, aufgegeben habe und danach eigentlich nur noch wusste, mich interessiert der Zusammenhang zwischen Körper und Seele, also vor allem Psychosomatik. Da kamen ja dann nur 2 Disziplinen in Frage: Medizin und Psychologie, aber für Medizin habe ich, glaube ich, Physik und Chemie zu früh abgewählt, Latein hatte ich auch nicht und na ja, Psychologie schien mir dann interessanter.
Glück hatte ich auch, denn ich musste kein Semester warten, was wohl viele andere durchhalten müssen. Heute bin ich im 7. Semester und 23 Jahre jung.
Das Grundstudium hat mir zwar Spaß gemacht, aber trotzdem war ich am zweifeln, ob ich wirklich hier richtig bin oder ob ich nicht doch wechseln sollte. Aber ich habe dann weitergemacht, weil eigentlich alle mir gesagt haben: Ja, das Grundstudium ist trocken, da muss man durch, spannend wird's eigentlich erst ab dem Hauptstudium!"
Gott sei Dank bin ich geblieben! Mein Studium bringt mir im Moment echt verdammt viel Spaß, interessiert mich und ist spannend. Ein tolles Gefühl, zu wissen, dass man das richtige gewählt hat!
Ich denke, dass die Psychologie als Wissenschaft wirklich wichtig ist und auch in Zukunft sein wird: Nur wenn wir verstehen, wie der Mensch funktioniert, warum er wie handelt, wahrnimmt, fühlt und reagiert und wie wir uns helfen können, lohnt sich erst die Erforschung der restlichen Welt. Denn letztlich sind wir Menschen für uns als Spezies Mensch doch der Mittelpunkt der Welt und erleben alles durch unsere "Menschenbrille".
Na ja, ich will hier jetzt niemanden krampfhaft überzeugen...ich will nur sagen: für mich ist es eine tolle Erfahrung, Psychologie zu studieren.
Genaue Vorstellungen, was ich hinterher damit mache, habe ich noch nicht, es eilt auch nicht, denn wie bereits erwähnt, das Studium ist mit dem Diplom noch nicht zu Ende, danach muss man sich noch in der jeweiligen Spezialisierung ausbilden lassen.
Besonders positive Erfahrungen habe ich in meinem Studium mit den Dozenten und Professoren gemacht, die im Gegensatz zu manchen Lehrern aus meinen Schulerinnerungen echt engagiert bei der Sache sind.
Außerdem sind meine Kommilitonen total nett. Bei uns sagt man zum Beispiel von den Medizinern, den Jurastudenten und den BWLern, dass sie eine Ellenbogengemeinschaft seien, so nach dem Prinzip jeder gegen jeden. Das ist bei uns überhaupt nicht der Fall. Wer Informationen oder Unterlagen oder Hilfe anbieten kann, der tut es auch. Man kann jeden fragen, ansprechen und auch außerhalb der Seminare gibt es viele selbstorganisierte Möglichkeiten, das Studium zu gestalten.

Ja, also ich glaube, man merkt, ich fühle mich da wirklich wohl!
So, ich denke, das war alles, was ich zu Deiner Studienentscheidung beitragen kann.
Viel Glück bei allem, wofür auch immer du dich entscheidest
Daniela

Daniela Heddehaeus-Espenschied studiert Psychologie im 7. Semester an der Uni Hamburg

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