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Studieren trotz ADHS

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (mit oder ohne Hyperaktivität), kurz ADS oder ADHS, muss nicht das Aus für den Wunsch eines Studiums bedeuten.
Bei vielen berühmte Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Leonardo da Vinci oder Wolfgang Amadeus Mozart wird vermutet, dass sie ADHS hatten. Bill Gates sagt von sich selbst, er erfülle alle Kriterien des ADHS. Das zeigt, dass es eine Chance sein kann, diese Störung zu haben. Im ersten Schritt ist es wichtig zu wissen, warum man AnDerS ist und eine Diagnose erstellen zu lassen. Dann ist es wichtig, diese anzunehmen und zu lernen, die damit einhergehenden Stärken zu nutzen und sinnvoll einzusetzen, sowie zu lernen die Schwächen zu kompensieren.

Der positive Unterschied des Studiums zur Schule, die für viele ADHS ´ler mit vielen Problemen einhergeht, ist die freiere Gestaltungsmöglichkeit. Zunächst werden in der Schule alle Fächer gelehrt und im Studium wird ein Fachbereich gewählt, der seinen persönlichen Interessen und Neigungen entspricht. Dies kommt der Fähigkeit des Hyperfokussierens von persönlichen Interessensgebieten zugute. Die freiere Zeiteinteilung ermöglicht Studierenden mit ADHS ihre persönlichen Leistungsspitzen gezielt zu nutzen und ihrer Chronobiologie besser zu folgen.

Als positive Eigenschaften von Menschen mit ADHS werden Kreativität, die Liebe zu Tieren, Gerechtigkeitssinn, Begeisterungsfähigkeit und viele mehr genannt. Hier gilt es sich seiner eigenen Stärken
bewusst zu werden und bereits das Studienfach dahingehend zu wählen. Ist der passende Studienplatz gefunden, geht es darum die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Studium zu schaffen. Dazu zählt eine möglichst ruhige Wohnung, vielleicht sogar etwas außerhalb, mit möglichst wenigen Reizen von außen. Am besten auch darauf achten, dass sich keine Windräder, Starkstromleitungen, Funkmasten oder Lärmquellen in der Nähe befinden. Dann sollte man einen Ort und eine Zeit suchen, die zum Lernen motivieren und die richtige Umgebung schaffen. Das kann zum Beispiel die Bibliothek sein. Wer ein chronobiologischer Spättyp ist, lernt möglicherweise abends, wenn alles ruhig wird und die Lichter ausgehen, am besten. Auf die ständige Ablenkung durch Handy, Emails und Fernseher sollte man verzichten.

Zur Kompensation der Unordnung im Kopf ist es enorm wichtig eine hohe äußere Ordnung zu schaffen und sich täglich einen Zeitraum zum Ordnen und Aufräumen von Unterlagen und des persönlichen Arbeits- und Wohnumfeldes zu schaffen. Das braucht zwar Zeit, ist aber oft unerlässlich, um den Überblick zu behalten. Gegen Impulse und spontane Ideen die immer und überall für Ablenkung sorgen können, ist es wichtig ein Impulsbuch ständig bei sich zu haben um seine guten Gedanken oder Ideen aufschreiben zu können. Die Lösungen für Probleme kommen oft unerwartet, von daher ist es unerlässlich, das Buch stets bei sich tragen um diese ablenkenden Gedanken sofort notieren zu können. To Do Listen und Lernpläne sind hilfreich und für Studierende mit ADHS noch viel wichtiger als für „normale“ Studenten. Sport und Work-out sind sehr hilfreich, um körperlich ruhiger zu sein. Rituale und Regelmäßigkeiten bringen eine Ruhe in den Studentenalltag. Allein schon feste Essenszeiten in der Mensa schaffen eine Struktur.

Medikamente als Unterstützung von schweren Konzentrationsschwächen sollten wirklich nur im Notfall und dann ganz gezielt verwendet werden, da sie schwere Nebenwirkungen, wie etwa Alpträume, haben. Es kann sehr nützlich sein, auch im Hinblick auf den späteren beruflichen Alltag, seine Stärken ohne Medikamenteneinfluss kennenzulernen. Im Studium hat man die Möglichkeit zu lernen, mit welchen Techniken man seine persönlichen Schwächen kompensieren kann.

Wer von Beginn an des Studiums weiß, dass er ADHS hat und sich nicht zu sehr unter Druck setzt und möglicherweise mehr Zeit einplant als die Regelstudienzeit, wer seine Stärken nutzt, seine Schwächen zu kompensieren weiß und im Bedarfsfall professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, wird sein Studium erfolgreich meistern.

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