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Studieren mit einer Behinderung

Natürlich hat jeder die Möglichkeit zu studieren. Und jeder stellt sich im letzten Schuljahr viele Fragen: Was möchte ich studieren? Wozu habe ich Lust? Welches Studium passt zu meinen Interessen und Fähigkeiten? Natürlich sollten auch der Arbeitsmarkt nicht außer Acht gelassen werden. Was nützt das tollste Studium, wenn es später keinen Jobs in diesem Bereich gibt? Aber bei dir gibt es noch weitere Fragen, die beachtet werden müssen: Die Uni muss bestimmte Ausstattungsmerkmale erfüllen, die Wohnungsfrage muss geklärt werden, die Pflege muss organisiert werden und vieles mehr. Wir möchten dir helfen, das richtige Studium und die richtige Uni zu finden.

Wie bekomme ich meinen Wunschstudiumsplatz?

Rollstuhlauffahrt WiWi-Bunker Universität Hamburg Du hast dich für dein Wunschstudium entschieden und möchtest nun an deiner ausgesuchten Stadt dein Studium beginnen. Viele Zulassungen werden über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) vergeben (beim anderen Teil bewirbt man sich direkt bei den Unis bzw. Fachhochschulen).

Bei der ZVS gibt es zwei Arten von Sonderanträgen:

Härtefallantrag

Wenn du dich in einer schwerwiegenden Ausnahmesituation befindest, kannst du einen Härtefallantrag stellen und erhältst so die Möglichkeit, sofort zum Studium zugelassen zu werden. Die
schwerwiegende Ausnahmesituation muss durch ein ausführliches ärztliches Gutachten belegt werden.

Beispiele, bei denen der Härtefallantrag in der Vergangenheit funktioniert hat, sind:
  • Es ist nicht klar, ob du zu einem späteren Zeitpunkt, dein Studium noch absolvieren kannst (auf Grund einer Krankheit, die sich in der Zukunft wahrscheinlich verschlimmern wird).
  • Du hat bisher einen anderen Beruf ausgeübt oder ein anderen Studienfach belegt. Aus gesundheitlichen Gründen musst du wechseln und kannst du die Wartezeit bis zum nächsten Studienbeginn auf Grund der Gesundheit nicht sinnvoll überbrücken.
  • Du kannst auf Grund deiner gesundheitlichen Situation nur dieses eine Fach studieren und kannst die Wartezeit nicht sinnvoll überbrücken.
  • Du bist durch deine gesundheitliche Situation auf eine sehr enge Auswahl an Studienfächern begrenzt. Durch das Studium wird eine Verbesserung deiner gesundheitlichen Situation erwartet.

Antrag auf Nachteilsausgleich

Bei diesem Antrag gibt es zwei verschiedene Kriterien: auf der einen Seite den Antrag zur Verbesserung der Durchschnittsnote und auf der andere Seite den Antrag zur Verbesserung der Wartezeit.

In erster Linie richtet sich die ZVS nach dem NC, also deiner Durchschnittsnote und der Anzahl der Wartesemester. Stellst du den Antrag auf Nachteilsausgleich mit dem Kriterium der Verbesserung deiner Durchschnittsnote, fordert die ZVS bei deiner Schule ein Gutachten an, das aussagt, warum die schulischen Leistungen auf Grund der Behinderung beeinträchtigt wurden. Damit wird dann das Kriterium des NCs beeinflusst. Stellst du einen Antrag auf Nachteilsausgleich mit dem Kriterium der Verbesserung der Wartezeit, muss nachgewiesen werden, dass das Abi auf Grund der Behinderung erst später als normal abgelegt wurde. Wenn du z. B. ein Schuljahr wiederholt hast, kann es als Wartesemester angerechnet werden.

Was sollte am Studienort geprüft werden

Eingang zur Staatsbibliothek Universität Hamburg Vor Ort muss natürlich geprüft werden, ob deine individuellen Bedürfnisse erfüllt werden können. Auf der einen Seite der Studiumsteil und auf der anderen Seite die Aspekte, die deine Behinderung betreffen. Diese Aspekte sind natürlich sehr unterschiedlich. Fragen, die auftreten, sind z. B.: Wie sieht es mit der Barrierefreiheit an der Uni aus? Wie kann ich die Uni erreichen? Wo kann ich wohnen? Wie ist die medizinische Versorgung? Oft gibt es vor Ort eine Interessengemeinschaft behinderter Studenten, die dir sicherlich weiterhelfen können. Oft gibt es auch spezielle Beratungsangebote vor Ort. Dort kann man einen Gesprächstermin, am besten mindestens ein halbes Jahr vor Studienbeginn, vereinbaren und alle wichtigen Fragen klären.

Zusätzlich zu den zwei genannten Anträgen, gibt es bei der ZVS noch einen Antrag mit dem du die Berücksichtigung des ersten Studienwunschortes beantragen kannst. Allerdings musst du erst eine Zusage für dein Wunschstudium erhalten haben und kannst dann diesen Antrag stellen. Da der größte Teil der Zuteilung in die Städte nach sozialen Gesichtspunkten vergeben wird, solltest du in Bezug auf deinen Wunschort allerdings keine Probleme bekommen.

Oder vielleicht ein Fernstudium als Alternative?

Wenn keine Uni gefunden wird, die alle Anforderungen, die gestellt werden, erfüllt, ist ein Fernstudium eine gute Alternative. An der Fernuniversität Hagen gibt es eine Vielzahl von Studiengängen. Der große Vorteil: Der Studienort und die Geschwindigkeit, in der Studium durchgeführt wird, kann jeder selbst bestimmen. Allerdings fehlt bei einem Fernstudium der persönliche Kontakt zu anderen Studenten und Professoren. Natürlich hat man über das Internet viele Möglichkeiten, sich auszutauschen. Der persönliche Kontakt wird dabei aber nicht ersetzt. Bevor man sich für ein Fernstudium entscheidet, sollten die Vor- und Nachteile genau abgewogen werden.

Auf der Seite www.fernuni-hagen.de findet ihr alle Informationen zum Thema Fernstudium.

Tipps zur Entscheidungshilfe

  • Beginnt mindestens ein Jahr vor Studienbeginn mit den Recherchen.
  • Nutzt jede Beratungsmöglichkeit! So werdet ihr auf jeden Fall das passende Studium und die passende Studiumsart finden. Neben den Arbeitsagenturen findet man auch im Internet unzählige Möglichkeiten sich über die verschiedenen Studiengänge zu informieren.
  • Checklisten eignen sich wunderbar als Entscheidungshilfe. Schreibt euch alle Fragen, die im Laufe der Zeit auftauchen auf und klärt sie direkt vor Ort bzw. mit dem Ansprechpartner bei der Fernuniversität.
  • Habt ihr alle Fragen geklärt, macht ein Vor- und Nachteilliste. Was sind die Vorteile eines Fernstudiums? Was sind die Vorteile eines Studiums direkt an der Uni oder Fachhochschule. Am Ende habt ihr hoffentlich ein Ergebnis, das euch weiterhilft.

Hilfreiche Links im Internet

Viele hilfreiche Informationen findest du im Internet auf folgenden Seiten:

www.studentenwerke.de
www.bildungsserver.de

(Bilder: Beispielsweise ist die Universität Hamburg an fast allen Orten barrierefrei)

Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Julia Gerken zur Verfügung gestellt

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