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Studium geschafft, was nun?

Sind alle Klausuren und mündlichen Prüfungen geschafft, geht einem erst einmal nur eines durch den gestressten Kopf: Urlaub! Möglichst lang und möglichst weit weg, abseits von jedem Stress, jeder Paukerei und jedem Lehrbuch.

Doch was ist, wenn die erste Erholungsphase vorüber geht und man schließlich begreift, dass nun die anstrengende, aber sicher auch schön geregelte Zeit des Studiums endgültig zu Ende ist?

Die Zeit nach dem Studium beginnt sicherlich nicht erst mit dem Verlassen der Prüfungsräume. Immerhin verfolgen die meisten ja mit dem Studium ein bestimmtes Ziel: Die Übernahme des Familienbetriebs, die ersehnte Stelle in einem bekannten Betrieb, die eigene Existenzgründung oder natürlich überhaupt erst mal das Ausüben des Gelernten in Schule, Firma oder Krankenhaus.

Trotz aller Zuversicht, dass die erbrachten Leistungen im Studium auch eine sichere Einstellung mit sich bringen, ergibt sich der nächste Schritt ins Berufsleben aber selten alleine. Selbst wenn sich eine weitere Ausbildungszeit – wie etwa das Referendariat im Lehrerberuf oder die Assistentenzeit im Krankenhaus- an das universitäre Studium anschließt, gibt es eine Menge Fragen, die geklärt werden müssen.

Ein Zeitplan ist wichtig

Eine grobe Zeitplanung schafft Freiraum für Recherche und die Planung von Bewerbungsgesprächen. Nichts ist ärgerlicher als ein verpasster Einsendeschluss. Daran sollte
man sich von Anfang an orientieren.

Im Vordergrund aller Bemühungen stehen natürlich das was und wo.

Die persönliche Vorliebe für ein bestimmtes Fach oder auch ein bestimmtes Arbeitsfeld hat sich meist schon in Unterricht und Praktikum gezeigt. Wer schlau war, hat sich frühzeitig informiert, welche Möglichkeiten es für ihn gibt und vielleicht auch schon ein Praktikum danach ausgerichtet. Da es während des Studiums oft nur sehr kurze Einblicke in die Praxis gibt, bietet sich ein gezieltes Praktikum fast uneingeschränkt in jedem Studiengang an, um einmal Alltagsluft zu schnappen und falschen Vorstellungen den Gar aus zumachen. Mit den gemachten Erfahrungen fällt es dann meist leichter, die nächsten Schritte nach dem Studium zu planen und gezielt nach bestimmten Stellenanzeigen zu suchen. Nicht zu unterschätzen ist natürlich auch die Einschätzung durch andere Personen. Die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen ist manchmal einfacher zu beantworten, wenn einem die Familie und Kommilitonen eine kurze Einschätzung geben, wo sie einen in fünf oder zehn Jahren sehen. Nicht selten kommen dann ganz andere Sichtweisen zu Tage, als man immer angenommen hat.
Vielleicht ist man sich ja auch noch so unsicher, dass ein weiteres Praktikum oder eine kurze Auszeit nötig werden. Allerdings sollte das Herausschieben der Entscheidung für den Berufseinstieg nicht zu lange dauern, denn so mühsam, wie manches Wissen sich aneignen lässt, so schnell ist es auch wieder aus dem Kopf verschwunden. Ein halbes Jahr zur Entscheidungsfindung sollte deshalb oberste Schallgrenze sein.

Nachdem also die grobe Richtung vorgegeben ist, stellt sich die Frage nach dem gewünschten Arbeitsort. Je nach familiärer Situation, eigener Motivation und Flexibilität grenzen sich hier die vorhandenen Möglichkeiten schon weiter ein. In vielen Berufen besteht die Möglichkeit, zwischen einer Anstellung in Deutschland oder im Ausland zu wählen. Eine Kilometergrenze muss sich dabei jeder selbst setzen, wobei viel Flexibilität natürlich auch mehr Auswahl bedeutet. Zumindest lohnt es sich, einmal in Gedanken durchkalkuliert zu haben, welche Vorteile ein etwas weit entfernter, dafür aber vielleicht interessanterer oder sicherer Job bieten könnte.

Stellenangebote, Stellenanzeigen...

Hat man nun schon die Grundfragen geklärt, kann die Recherche über freie Stellenangebote beginnen. Zu allererst bieten sich natürlich die großen Tageszeitungen an, in denen sich vor allem viele regionale Angebote finden. Für die meisten Berufe gibt es aber auch Anzeigen in Fachzeitschriften, wie dem Handelsjournal oder dem Ärzteblatt, in denen das Suchen schon etwas leichter fällt. Nicht zuletzt bietet gerade das Internet inzwischen eine riesige Bandbreite an Stellenbörsen, die zum Teil auch mit den gedruckten Exemplaren übereinstimmen und meist auch aktueller sind.

Sind die eigenen Vorstellungen bereits so auf einen Ort oder einen bestimmten Arbeitgeber gerichtet, dass eine konkrete Stelle im Vordergrund der Bemühungen steht, ist es wohlmöglich ratsam, sich dort auf gut Glück um eine eventuell frei werdende Stelle zu bemühen. Viele Stellen werden erst einmal intern besetzt und wird man deshalb nie öffentlich ausgeschrieben finden. Bewirbt man sich aber schon einmal vorab, zeigt das Eigeninitiative und Zielstrebigkeit.

Bewerben

Im weiteren Verlauf stehen dann die fristgerechten Bewerbungen an, die das eigene Können in einem positiven, aber realistischen Licht präsentieren sollten. Je überzeugender die Bewerbungsunterlagen, desto wahrscheinlicher wird eine persönliche Vorstellung beim Arbeitgeber. Individuelle, seriöse Gestaltung des Anschreibens vermitteln Interesse und Motivation. Nicht zu vergessen ist das sich hoffentlich anschließende Gespräch mit dem potentiellen Chef, in dem die gemachten Erwartungen möglichst nicht platzen sollten. Auf keiner der beiden Seiten!

Einen guten Eindruck macht, wer sich vorab schon über das Unternehmen - sei es eine private Firma, eine mittelständische Kanzlei oder eine bekannte Klinik - gut informiert hat. Auf Nachfragen kann man die Entscheidung für gerade diese Stelle dann vielleicht besser begründen und kann seinerseits direkt Fragen stellen. Eventuell hebt man sich damit von den anderen Bewerbern ab und hinterlässt einen positiven bleibenden Eindruck. Im Anschluss an das Bewerbungsgespräch bleibt schließlich nur das Warten, bestenfalls die erwünschte Zusage und hoffentlich keine Absage. Gut beraten ist in jedem Fall, wer sich nicht auf eine einzige Bewerbung verlässt, sondern parallel dazu noch andere Stellenanzeigen beantwortet. Das verkürzt Wartezeiten und erhöht die Chance eine Zusage zu erhalten.



Dieser Text wurde uns freundlicherweise von Annelene von der Haar zur Verfügung gestellt.
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